Wie viel Koffein ist ok?

Tagsüber ein paar Tassen Kaffee und abends noch ein Glas Cola: Wie viel Koffein ist unbedenklich und ab wann sollte man den Konsum einschränken?

Frau trinkt Kaffee © Thinkstock
(Bonn – 03.06.2015) Zum Frühstück zwei Tassen Kaffee, nach dem Mittagessen der Espresso, nachmittags noch ein schwarzer Tee und abends in geselliger Runde ein, zwei Gläser Cola. Wer sich in solch einer Getränkefolge – vielleicht noch ergänzt durch ein bisschen Schokolade – wiedererkennt, ist in Sachen Koffeinkonsum am Limit. Das besagen jedenfalls die aktuellen Ergebnisse eines Gutachtens der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), das sich mit möglichen negativen Gesundheitsfolgen durch den Konsum von Koffein aus allen Nahrungsquellen befasst. Danach nimmt in Deutschland rund ein Zehntel der Bevölkerung zu viel Koffein zu sich.

Nicht mehr als 200 Milligramm Koffein pro Portion

400 Milligramm Koffein pro Tag gelten für einen gesunden Erwachsenen als unbedenklich. Pro Portion – also auf einmal – sollten nicht mehr als 200 Milligramm verzehrt werden. Das wäre zum Beispiel der doppelte Espresso mit einem kleinen Stückchen Schokolade, zwei bis drei Tassen Filterkaffee oder rund ein Liter Cola – wobei der Koffeingehalt industriell erzeugter Produkte unterschiedlich ausfallen kann.

Zu viel Koffein steigert Reizbarkeit, Nervosität und Ängstlichkeit

Koffein wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals aus Kaffeebohnen isoliert, ist aber auch in schwarzem Tee, Matetee, Kakaokernen und Guaranasamen enthalten. Koffein stimuliert das zentrale Nervensystem, verlängert die Adrenalinwirkung und erhöht in moderaten Mengen die Wachsamkeit beziehungsweise verringert das Müdigkeitsgefühl. Allerdings: Eine zu hohe Aufnahme steigert Reizbarkeit, Nervosität und Ängstlichkeit. Und es gibt Personenkreise, die empfindlich auf die nervenaktive Substanz regieren. Speziell für Kinder sollte der Koffeinkonsum Expertenempfehlungen zufolge tabu sein. Auch Schwangeren und Stillenden wird zu einem zurückhaltenden Verzehr geraten, da ein erhöhter Koffeinkonsum mit einem verminderten Wachstum des Fötus in Verbindung gebracht wird. Aus diesem Grunde müssen Lebensmittel ab einem bestimmten Koffeingehalt auch entsprechende Warnhinweise tragen.

Warnhinweise auf Energydrinks

Diese Warnhinweise findet man zum Beispiel auf Energydrinks, also koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken, die neben Koffein weitere Zutaten wie Taurin und Glucuronolacton enthalten, denen ebenfalls anregende Wirkungen zugeschrieben werden. Wissenschaftlich bewiesen ist das allerdings nicht. Dass sich die mögliche negative Gesundheitswirkung von Koffein durch diese Zutaten verstärkt, dazu findet die EFSA in ihrer aktuellen Bewertung keine Hinweise. Auch negative Wechselwirkungen zwischen einer sportlichen Betätigung und einem moderaten Alkoholkonsum in Zusammenhang mit Energydrinks halten die EFSA-Wissenschaftler für unwahrscheinlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung äußerte jedoch im Januar 2014 im Zusammenhang mit seiner Verzehrstudie zu Energydrinks auf Sport- und Musikveranstaltungen, es gebe Anhaltspunkte, nach denen der Konsum von Energydrinks speziell in Kombination mit sportlicher Betätigung oder Alkohol kritisch zu bewerten sei.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.06.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. (Christina Rempe und Britta Klein): Kaffee, Tee, Energydrinks & Co.: Wie viel Koffein ist unbedenklich?
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung