Nahrungsergänzung bei AMD

Vitamine und Zink können bei bestimmten Patienten mit AMD die Sehkraft länger erhalten. Augenärzte warnen jedoch vor Selbstmedikation.

alter Mann © Thinkstock
(München – 25.03.2015) Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann das Fortschreiten der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) in bestimmten Fällen verzögern. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) empfiehlt die Mittel jedoch nur in ausgewählten Stadien der Erkrankung und warnt vor Selbstmedikation. Zum Schutz vor AMD empfiehlt die DOG gesunde Ernährung und zur Früherkennung regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt.

Trockene und feuchte Form der AMD

Altersbedingte Makuladegeneration betrifft etwa 4,5 Millionen Deutsche und ist damit die häufigste Erblindungsursache in den Industrienationen. Bei der feuchten Form wachsen Blutgefäße unkontrolliert in den Bereich des schärfsten Sehens auf der Netzhaut des Auges – die sogenannte Makula – ein und zerstören unbehandelt diesen „Fleck“. Bei der trockenen Spätform sterben Sehzellen direkt ab. Die altersbedingten Schäden beeinträchtigen das Sehen erheblich, viele Betroffene erblinden im späten Stadium nahezu vollständig.

Nahrungsergänzungsmittel nur in bestimmten AMD-Stadien sinnvoll

Amerikanische Studien deuten darauf hin, dass eine Kombination aus den Vitaminen C und E, Beta-Carotin, Zink- und Kupferoxid das Fortschreiten einer AMD in bestimmten Stadien verlangsamen und so die Sehkraft länger erhalten kann. „Dieser positive Effekt betrifft die Entwicklung hin zu einer feuchten Form der Erkrankung, wenn bestimmte Voraussetzungen bei den Makula-Erkrankungen erfüllt werden, die nur der Augenarzt feststellen kann“, sagt Prof. Dr. Frank Holz, DOG-Vorstandsmitglied und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. „Keineswegs ist die Einnahme für alle Stadien der AMD sinnvoll.“

Zur allgemeinen Vorbeugung ist der Nährstoff-Cocktail daher nicht zu empfehlen. Insbesondere bei Rauchern, auch ehemaligen, kann die zusätzliche Einnahme von Beta-Carotin das Lungenkrebsrisiko erhöhen, wie Untersuchungen zeigen. Weitere – sehr seltene, aber mögliche – Nebenwirkungen sind Nierensteine, Magenbeschwerden und Hautverfärbungen. „AMD-Patienten sollten ihren Arzt fragen, ob eine Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist, und sich genau an die vorgeschriebene Dosierung halten“, rät Holz.

Rauchstopp und ausgewogene Ernährung beugt AMD vor

Um sich vor der altersbedingten Makuladegeneration zu schützen, ist es laut Holz auf jeden Fall sinnvoll, nicht zu Rauchen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. So lautet auch die Empfehlung der niederländischen „Rotterdam-Studie“: Anhand von Fragebögen dokumentierten 5836 Teilnehmer über einen Zeitraum von acht Jahren ihre Ernährung. Probanden, die durch Lebensmittel überdurchschnittlich viel Vitamin C, E, Beta-Carotin und Zink zu sich nahmen, verringerten dadurch ihr AMD-Risiko um 35 Prozent. Die meisten Obst- und Gemüsesorten enthalten die Vitamine C und E. Zink ist in roten Fleischsorten, Käse und Pilzen enthalten. Auch Omega-3-Fettsäuren – zum Beispiel aus Fisch und Rapsöl – erhalten die Sehkraft.

AMD bisher nicht heilbar

Bislang gibt es kein „Heilmittel“ für die AMD. Die feuchte Form kann heute sehr wirksam mit der Verabreichung von Medikamenten, die einen Botenstoff selektiv hemmen, behandelt werden. Werden frühe Formen rechtzeitig diagnostiziert, kann der Augenarzt den Krankheitsverlauf verzögern um die Sehkraft so lange wie möglich zu erhalten. „Ab 50 sollte jedes Jahr ein Termin zur augenärztlichen Kontrolle im Kalender stehen“, rät Prof. Dr. Christian Ohrloff von der DOG.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.03.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft: Vitamine und Zink wirksam gegen Augenleiden AMD – Augenärzte warnen vor Selbstmedikation
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