Strapazen für die Leber

Wer nur an den Festtagen zuschlägt, strapaziert seine Leber nicht übermäßig. Doch dauerhaftes Schlemmen kann eine Fettleber zur Folge haben.

Weihnachtsdessert © Thinkstock
(Berlin – 19.12.2014) Gans, Glühwein und jede Menge Plätzchen: An den Weihnachtsfeiertagen essen wir oft viel zu viel. Wer sich den Rest des Jahres über jedoch gesund ernährt, darf auch mal über die Stränge schlagen. Diejenigen, die jedoch dauerhaft zu üppig essen und sich dabei auch noch wenig bewegen, riskieren Übergewicht und als Folge eine Fettleber. Über zehn Millionen Menschen in Deutschland – also mindestens jeder Achte – leiden darunter. Eine Fettleber ist oft die Vorstufe von Leberzirrhose und -krebs und erhöht das Risiko für Diabetes mellitus, Schlaganfall oder Herzinfarkt, warnt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Mögliche Ursachen: Alkohol, fettes Essen, Gene, Diabetes oder Medikamente

Ursache für eine Fettleber ist nicht nur übermäßiger Alkoholkonsum, sondern oft auch zu fettiges Essen oder eine genetische Vorbelastung. Diabetes mellitus kann ebenso Folge und Grund für die krankhafte Veränderung der Leber sein, auch die Einnahme von Medikamenten. Mit der wachsenden Zahl an Übergewichtigen in der Bevölkerung steigt auch die der Fettleber-Patienten kontinuierlich an. Das Tückische: Betroffene spüren am Anfang so gut wie keine Symptome. „Völlegefühl, Müdigkeit, manchmal etwas Druck im rechten Oberbauch: Das ist alles“, sagt DGVS-Sprecher Professor Dr. med. Christian Trautwein, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik III) an der Uniklinik RWTH Aachen.

Frühe Diagnose ist besonders wichtig

Dabei ist eine frühe Diagnose wichtig, denn bislang sind keine Medikamente gegen eine Fettlebererkrankung zugelassen. Dies gilt auch dann, wenn sich aus einer „einfachen“ Fettleber eine Steatohepatitis, also eine Entzündung, oder bereits eine Leberzirrhose entwickelt hat. Bei Leberzirrhose vernarbt das Gewebe und das Organ verliert nach und nach seine Funktion. Oft folgt ihr Leberkrebs. Schwere Leberschäden sind irgendwann nur noch durch eine Lebertransplantation zu behandeln. „Menschen mit einer Fettleber müssen deshalb aktiv ihren Lebensstil ändern – und je eher sie dies tun, umso leichter kann sich die Leber regenerieren“, erklärt Trautwein.  

Auch wenn es zunächst widersprüchlich klinge, könne die Weihnachtszeit hierfür ein guter Startpunkt sein, so der Experte. „Die Menschen sollen an den Festtagen Freude und Genuss empfinden.“ Doch vielleicht erlaube gerade auch die Ruhe dieser Tage, sich um die eigene Gesundheit und Zukunft Gedanken zu machen. „Für Menschen, die sich für eine Lebensstiländerung entscheiden, gibt es vielfältige Hilfsangebote“, sagt Trautwein. Der Hausarzt oder auch der behandelnde Gastroenterologe kann die entsprechenden Kontakte vermitteln.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.12.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: DGVS: Fettes Essen schädigt die Leber
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