Versteckte Süßmacher

Zucker, Sirup, Maltose, Molkenpulver, Fruchtextrakt – wer soll sich da noch auskennen? Wie Sie versteckte Süßmittel in Zutatenlisten enttarnen.

Zucker © Thinkstock
(Bonn – 13.08.2013) Viele Verbraucher achten auf den Zuckergehalt in Lebensmitteln. Steht „Zucker“ eher am Ende der Zutatenliste, gehen sie womöglich davon aus, dass das Produkt zuckerarm ist. Das kann ein Irrglaube sein, wie die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in einem bundesweiten Marktcheck herausfand. Sie nahm 276 verarbeitete Lebensmittel auf „versteckte Süßmacher“ unter die Lupe.

Dass im Zutatenverzeichnis viele Substanzen auftauchen, die zum süßen Geschmack oder zum Zuckergehalt beitragen, aber ihre Bezeichnung nicht als Süßmacher erkennbar ist, ist eigentlich nicht neu. Interessant ist aber: Der vzbv fand in den Lebensmitteln insgesamt 70 solcher Begriffe und glaubt, dass nur die wenigsten Verbraucher alle Süßmacher „enttarnen“ und somit den tatsächlichen Zuckergehalt in dem Produkt einschätzen können.

Wie Sie versteckten Süßmachern auf die Schliche kommen

Der aid infodienst gibt ein paar Tipps, wie Sie vielen Süßmachern auf die Schliche kommen können:
  •  Wenn unter den Zutaten die Bezeichnung „Zucker“ zu finden ist, etwa Traubenzucker oder Invertzucker, ist die Sachlage klar.
  • Alle Zutaten, die auf -ose enden – zum Beispiel Glucose, Laktose, Maltose – weisen ebenfalls auf Zuckerarten hin. Es handelt sich um Fachbegriffe von Süßmitteln wie Traubenzucker, Milchzucker und Malzzucker.
  • Zutaten mit der Bezeichnung „Sirup“ wie Glukose- oder Fruktosesirup deuten ebenfalls auf Zuckerhaltiges hin.
  • Auch (Malto)Dextrin, Magermilchpulver, Gerstenmalzextrakt, Dicksaft, Fruchtextrakt oder -püree, Molkenerzeugnis oder -pulver, Rübenkraut und getrocknete Früchte tragen zum Zuckergehalt beziehungsweise zum süßen Geschmack von Lebensmitteln bei.
  • Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe (zum Beispiel Sorbit, Maltit und Xylit) sind gut zu erkennen. Sie müssen im Zutatenverzeichnis mit dem Klassennamen plus der E-Nummer oder der Verkehrsbezeichnung gekennzeichnet sein – zum Beispiel „Süßstoff Steviolglycoside“ oder „Süßstoff E 960“.
  • Was oft vergessen wird: Auch herzhafte Produkte wie Fleischsalat oder Soßenbinder können jede Menge Süßmacher enthalten. Auch hier lohnt ein Blick ins Zutatenverzeichnis.

Nährwerttabelle checken

Und zu guter Letzt: Auf einigen Lebensmittelverpackungen findet man eine Nährwerttabelle. Sie ist zurzeit noch eine freiwillige Angabe der Hersteller – erst Ende 2016 wird sie Pflicht. Dann müssen unter anderem der Kohlenhydratgehalt und davon der Zuckergehalt je 100 Gramm oder 100 Milliliter des Produkts angegeben sein. Zu diesem Zuckergehalt werden alle Einfach- und Doppelzucker gerechnet. Darunter fallen beispielsweise sämtliche Zuckerarten, Sirupe, Milch- und Molkenpulver sowie Honig. Diese Angabe gibt Ihnen zumindest einen Anhaltspunkt, wie viel Zucker in dem Produkt steckt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.08.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e.V. (www.aid.de)
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