Keine Chance für Bakterien

Die Temperatur klettert auf über 30 Grad Celsius. Worauf Sie nun achten sollten, um Krankheitserregern in Lebensmitteln keine Chance zu lassen.

Hand schneidet Gemüse © Thinkstock
(Berlin – 23.07.2013) Gerade bei heißem Wetter ist ein sorgfältiger Umgang mit Lebensmitteln sehr wichtig. Denn Salmonellen oder andere Bakterien mögen Wärme und vermehren sich bei Sommerhitze besonders gut. Schwere Lebensmittelvergiftungen können die Folge sein. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gibt Tipps für heiße Tage.

Lebensmittel schon während des Einkaufs kühlen

Gerade eingekaufte Lebensmittel können bei warmem Wetter schon auf dem Weg nach Hause verderben. Rohes Fleisch und rohen Fisch, Milch, Eier und andere empfindliche Produkte sollten deshalb Sie bei längeren Einkäufen oder Autofahrten vom Geschäft nach Hause in einer Kühltasche transportieren. Kaufen Sie tiefgefrorene Lebensmittel am besten als Letztes und kühlen Sie sie ebenfalls beim Transport.

Verbrauchsdatum beachten

Leicht verderbliche  Lebensmittel sind mit einem Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis …“) versehen. Verzehren Sie sie nicht mehr, wenn sie dieses Verbrauchsdatum überschritten haben. Die Keimbelastung der Lebensmittel könnte zu groß geworden sein. Mit bloßem Auge ist dies nicht erkennbar.

Anders sieht es mit Lebensmitteln aus, die ein Mindesthaltbarkeitsdatum haben. Dieses garantiert nur den Zeitraum, in dem die Qualität des Produkts gewährleistet ist. Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums können Sie die Lebensmittel in vielen Fällen noch verwenden. Machen Sie die Probe und vertrauen Sie dabei auf IhreSinne: Wenn der Joghurt merkwürdig riecht oder sich gar Schimmel gebildet hat – werfen Sie ihn weg.

Küchenhygiene unbedingt einhalten

Da sich bei warmem Wetter Keime besonders schnell vermehren, ist Küchenhygiene sehr wichtig. Verwenden Sie für rohe Erzeugnisse tierischen Ursprungs wie Eier, Fisch oder Fleisch eigene Schneidebretter, Schälchen und Messer. So verhindern Sie, dass Erreger auf andere Lebensmittel wie Gemüse und Salat übertragen werden, die Sie roh essen. Zum Abtrocknen verwenden Sie am besten kochfeste Küchentücher, die Sie regelmäßig waschen, oder Küchenpapier.

Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch, Eiern oder Fisch sollten Sie nicht nur Ihre Hände, sondern auch die Arbeitsflächen, die mit den rohen Lebensmitteln in Kontakt gekommen sind, reinigen. Tauen Sie Tiefkühlkost nach Möglichkeit im Kühlschank und nicht bei Zimmertemperatur auf. Fangen Sie das Abtauwasser auf und entsorgen sie es. Es kann mit Mikroorganismen belastet sein. Grundsätzlich gilt: aufgetaute Lebensmittel nicht wieder einfrieren.

Ausreichend erhitzen – langes Warmhalten vermeiden

Um Krankheitserreger wie Salmonellen abzutöten, sollten gegarte Lebensmittel eine Kerntemperatur von mindestens 70 Grad Celsius erreichen. Verzehren Sie gekochte Speisen möglichst sofort. Werden Speisen lange bei zu niedrigen Temperaturen warm gehalten, können sich Krankheitserreger schnell vermehren.

Fleisch: schnell verarbeiten und durchgaren

Frisches Fleisch verdirbt relativ schnell. Unverpacktes Fleisch sollte deshalb innerhalb von zwei Tagen, unverpacktes Hackfleisch noch am selben Tag zubereitet werden. Lagern Sie rohes sowie zubereitetes Fleisch immer kühl und zugedeckt. Braten Sie Fleisch möglichst durch. Bleibt das Fleischinnere nämlich roh, werden dort befindliche Mikroorganismen nicht verlässlich abgetötet. Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen sowie Schwangere sollten auf rohe Fleischprodukte verzichten.

Fisch: auf Frische achten

Achten Sie darauf, nur frischen Fisch zu kaufen. Feuchte, hellrote Kiemen, glänzende Haut, ein neutraler Geruch und klare Augen sind Zeichen für Frische. Beim Händler angebotener Fisch sollte nicht nur auf Eis liegen, sondern auch damit bedeckt sein. Legen Sie beim Einkauf frischen Fisch am besten sofort in eine Kühltasche und transportieren Sie ihn umgehend nach Hause. Im Kühlschrank kann roher Fisch bei vier Grad Celsius etwa einen Tag aufbewahrt werden.

Gegarter oder geräucherter Fisch hält sich im Kühlschrank etwa zwei Tage. Garen Sie frischen Fisch so lange, bis er nicht mehr glasig und mit der Gabel leicht zerteilbar ist. Soll Fisch roh, etwa als Sushi, verzehrt werden, so muss er einige Tage lang bei -20 Grad Celsius eingefroren werden.

Besondere Vorsicht bei Eiern

Ein großer Teil aller lebensmittelbedingten Erkrankungen wird durch Eier oder durch mit Rohei hergestellte Speisen hervorgerufen. Dass Eier mit Salmonellen belastet sind, kann auch bei strenger Kontrolle nicht völlig ausgeschlossen werden. Durch gründliches Erhitzen von Eiern oder Eiprodukten kann jedoch ein Großteil der Salmonellen-Infektionen vermieden werden.

Verwenden Sie für Produkte wie Tiramisu und Mayonnaise, die rohe Eier enthalten, unbedingt frische Eier und essen Sie sie sofort. Auch bei guter Kühlung sollten die Speisen nur wenige Stunden aufgehoben werden. Lassen Sie sie im Sommer auf keinen Fall länger auf dem Buffet stehen. Lagern Sie Eier und Eierspeisen getrennt von anderen Lebensmitteln.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.07.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
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