Zu viele Listerien

Bei Lebensmitteln wird immer wieder der Grenzwert für Listerien, gefährliche Krankheitserreger, überschritten – besonders häufig bei Fisch und Käse.

Brötchen mit Frischkäse und Lachs © Thinkstock
(Berlin – 06.06.2013) Infektionen mit Listerien, sogenannte Listeriosen, treten beim Menschen selten auf. Da sie aber schwere Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen oder Fehlgeburten auslösen können, stellen mit hohen Listerienmengen belastete Lebensmittel – oft Räucherfisch, Graved Lachs, Weichkäse und halbfester Schnittkäse aus Rohmilch – ein besonderes Problem dar. Und Grenzwerte für Listerien werden nicht immer eingehalten. Das geht aus einem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zum Vorkommen von Zoonoseerregern hervor. Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können.

Grenzwerte immer wieder überschritten

Im Rahmen einer EU-weiten Grundlagenstudie hat das BfR das Vorkommen von Listeria monocytogenes in Räucherfisch, Weichkäse und halbfestem Schnittkäse sowie in wärmebehandelten Fleischerzeugnissen untersucht. Diese Lebensmittel sind dafür bekannt, dass sie Listerien in höheren Mengen enthalten können. Insgesamt zeigen die Studienergebnisse, dass die vorgeschriebenen mikrobiologischen Grenzwerte für Listeria monocytogenes in verzehrfertigen Lebensmitteln nicht immer konsequent eingehalten werden.

Wenn Grenzwerte überschritten werden, besteht das Risiko, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher mit Listeria monocytogenes infizieren. Daher müssen Lebensmittelhersteller auf die konsequente Einhaltung der Vorschriften achten: „Lebensmittelunternehmer müssen durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dass nur Lebensmittel in Verkehr gebracht werden, bei denen die Grenzwerte für Listerien bei bestimmungsgemäßem Umgang einschließlich Lagerung nicht überschritten werden“, stellt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel klar.

Auch richtige Zubereitung und Hygiene wichtig

„Rohes Fleisch bleibt für Verbraucherinnen und Verbraucher eine Quelle mikrobiologischer Gefahren und erfordert den sorgfältigen Umgang mit diesen Lebensmitteln“, betont Hensel. Ein wirksamer Schutz gegen Lebensmittelinfektionen ist, die Regeln der Küchenhygiene strikt einzuhalten und Nahrungsmittel gut durchzugaren.

Doch nicht nur vom Tier stammende Lebensmittel können Träger von Keimen sein. Auch pflanzliche Lebensmittel wie zum Beispiel Obst und Gemüse können mit Listerien oder anderen krankmachenden Keimen verunreinigt sein, die bei unsachgemäßer Zubereitung zu Erkrankungen des Menschen führen.

Listerien sind gefährlich

Infektionen mit Listerien treten beim Menschen zwar deutlich seltener auf als Infektionen durch andere Zoonosen wie Salmonellen oder Campylobacter. Sie stellen aber aufgrund der Schwere der ausgelösten Erkrankung beim Menschen ein besonderes Problem dar. Listeria monocytogenes kann beim Menschen schwere Gehirnhautentzündungen und Fehlgeburten auslösen. Insbesondere für Schwangere gilt daher die Empfehlung, keinen Räucherfisch und Rohmilchkäse zu verzehren, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.06.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung
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