Was Kinder gerne essen

Bei Kindern haben offenbar Kultur und Land den größten Einfluss auf die Entwicklung von Geschmacksvorlieben. Das zeigt eine Studie mit kleinen Europäern.

Kinder essen Kekse © Thinkstock
(Bremen – 03.06.2013) Kultur und Land haben den größten Einfluss auf die Entwicklung von Geschmacksvorlieben bei Kindern. Das hat eine Studie des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen ergeben. Gemeinsam mit europäischen Kollegen hatten sie den Essgeschmack von 1.700 Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren untersucht. Beteiligt waren die Länder Italien, Estland, Zypern, Belgien, Schweden, Spanien, Ungarn und Deutschland.

Präferenzen für Apfelsaft und Kekse geprüft

Die Wissenschaftler prüften die Präferenzen der jungen Probanden für Apfelsaft mit variablem Zuckergehalt und Kekse, die unterschiedlich viel Fett, Salz und Geschmacksverstärker (Natriumglutamat) enthielten. Natriumglutamat ist für den würzigen Umami-Geschmack verantwortlich. Die Eltern machten in Fragebögen Angaben zu den familiären Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Zusätzlich wurde die individuelle Empfindlichkeit der Sinneszellen für die vier Geschmacksarten süß, bitter, salzig und umami bestimmt.

Nationalität hat größten Einfluss auf Essgeschmack

Die Nationalität hatte den größten Einfluss auf den Essgeschmack der Jungen und Mädchen. So mochten mehr als 70 Prozent der deutschen Grundschulkinder fettreiche Kekse besonders gerne. In Zypern und Schweden traf das auf weniger als 40 Prozent zu. Beim Apfelsaft bevorzugten Kinder aus Deutschland und Belgien eher die natürliche Variante, ihre Altersgenossen aus Schweden, Ungarn und Italien tranken die gesüßten Varianten am liebsten. Auch das Alter spielte eine gewisse Rolle, wie stark die Kinder Salziges oder Süßes bevorzugten.

Geschlecht und Ernährung als Säugling kaum entscheidend

Faktoren wie das Geschlecht und Geschmacksempfindlichkeit der Kinder, der Bildungsstand der Eltern und die Ernährung als Säugling spielten kaum eine Rolle. Auch der Einsatz bestimmter Lebensmittel als belohnende Erziehungsmaßnahme hatte kaum Einfluss auf die Geschmacksentwicklung.

Geschmacksvorlieben sind entscheidend für die tägliche Auswahl der Lebensmittel. Wer Kinder zu einer gesunden Kost ermuntern möchte, sollten daher auch Alter und nationale Besonderheiten berücksichtigen, resümieren die Wissenschaftler.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.06.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: aid infodienst (www.aid.de)
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