Wieder zu wenig Jod

Die Jodversorgung in Deutschland verbesserte sich stetig – unter anderem dank jodiertem Speisesalz. Jetzt scheint sie sich wieder zu verschlechtern.

Salz © Thinkstock
(Bonn – 25.04.2013) Weltweit sind schätzungsweise knapp zwei Milliarden Menschen von einem Jodmangel betroffen. In Deutschland hatte sich die Jodversorgung seit den 1990er Jahren verbessert. Das lag unter anderem daran, dass seitdem im Haushalt und vor allem in der Lebensmittelindustrie sowie im Lebensmittelhandwerk jodiertes Speisesalz verwendet wird. Ergebnisse des 12. Ernährungsberichts der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) deuten nun jedoch darauf hin, dass sich der Jodstatus allmählich wieder verschlechtert.

Die meisten Kinder nehmen weniger Jod zu sich als empfohlen

Die im Ernährungsbericht veröffentlichten Untersuchungen der DONALD-Studie1 zeigen, dass Kinder in Deutschland nicht zufriedenstellend mit Jod versorgt sind. Mehr als die Hälfte der Sechs- bis Zwölfjährigen erreichen nicht die empfohlene Jodzufuhr. Das bedeutet zwar nicht, dass die Mehrzahl der Kinder einen Jodmangel hat, allerdings ist die Situation verbesserungswürdig. In der DONALD-Studie wurde die Entwicklung des Jodstatus von 1996 bis 2009 bei sechs- bis zwölfjährigen Kindern anhand der Jodausscheidung verglichen.

In dieser Altersgruppe liefert jodiertes Speisesalz, das zu Hause und bei der Herstellung von Lebensmitteln in Handwerk und Industrie verwendet wird, das meiste Jod. Zusammen mit Milch macht es derzeit mehr als drei Viertel der täglichen Jodzufuhr aus. Seefisch enthält zwar verhältnismäßig viel Jod, wird aber von Kindern nur in geringen Mengen verzehrt und trägt deshalb nur wenig zur Jodzufuhr bei.

Besonders Seefisch ist zu empfehlen

Je nach Fischart und Portionsgröße kann jedoch eine Fischmahlzeit die empfohlene Jodzufuhr für mehr als einen Tag decken. Deshalb empfiehlt die DGE: Ein- bis zweimal pro Woche sollte Seefisch auf dem Speiseplan stehen und bei der Zubereitung von Speisen sollte immer Jodsalz – wenn auch sparsam – verwendet werden. Verbraucher sollten außerdem vorzugsweise Brot, Backwaren, Käse, Fleischwaren sowie Fertigprodukte kaufen, die mit Jodsalz hergestellt wurden. Da seit einigen Jahren vermehrt jodierte Mineralstoffmischungen als Tierfutter eingesetzt werden, trägt inzwischen auch Milch zur Jodversorgung bei. Die Jodgehalte in der Milch schwanken zwischen minimal 20 Mikrogramm pro Liter in Biomilch und bis zu 200 Mikrogramm pro Liter in konventioneller Milch.

Jod: wichtig für die Schilddrüse

Jod wird zum Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt, die Wachstum, Entwicklung und Stoffwechsel regulieren. Besteht ein manifester Jodmangel, vergrößert sich die Schilddrüse und es kann sich ein Kropf bilden. Bereits ein geringeres Joddefizit ohne erkennbaren Kropf kann die geistige Leistungsfähigkeit einschränken.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.04.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
  • 1DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study
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