Vorsicht, versteckter Alkohol

Wer Alkohol strikt vermeiden möchte, sollte bei manchen Lebensmitteln aufmerksam sein: Süßes, Fertiggerichte und Säfte enthalten oft Alkohol.

Frau isst Schokolade. © Thinkstock
(Hamburg – 24.09.2012) Bei Schwarzwälder Kirschtorte, Weinsauerkraut oder Likörpralinen ist es klar: In diesen Produkten ist Alkohol enthalten. Bei anderen Lebensmitteln ist es nicht so eindeutig. Was ist mit alkoholfreiem Bier? Oder mit Apfelsaft, Fertigsuppen, Kuchen und Schokolade? In zahlreichen Lebensmitteln versteckt sich Alkohol in geringen Mengen und oft gibt nicht einmal die Zutatenliste einen eindeutigen Hinweis. „Wer auf Alkohol verzichten will, sei es aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen, hat es nicht leicht und muss sich gut informieren“, sagt die Ökotrophologin Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Alkohol in Lebensmitteln erlaubt – solange auf Zutatenliste vermerkt

„Die Rechtslage ist so, dass Alkohol jeder Art Lebensmitteln in unbeschränkter Menge beigemengt werden darf, solange das auf der Zutatenliste ersichtlich ist“, so Schwartau. „Aber die Schrift ist oft sehr klein, schwer zu lesen und unter einem Falz oder an einer Abrissstelle versteckt“, kritisiert sie. Außerdem muss man auch die Begriffe kennen, hinter denen sich Alkohol verbirgt: Ethylalkohol und Ethanol, Weingeist, Calvados, Branntwein, Amaretto, Obstbrand, Madeira oder Rosenwasser.

Kennzeichnungspflicht erst ab 1,2 Prozent Alkohol

Auch alkoholfreies Bier, alkoholfreier Wein oder Sekt enthalten bis zu 0,5 Prozent Alkohol – völlig legal, denn eine Kennzeichnungspflicht fängt erst bei 1,2 Prozent Alkohol an. „Alkoholfrei stimmt also nicht“, sagt Schwartau. „Weniger irreführend wäre es für den Verbraucher, wenn ‚enthält Alkohol‘ auf diesen Produkten stehen würde.“ Die Alkoholmenge ist zwar so gering, dass man auch nach einem „alkoholfreien“ Bier Autofahren kann. Doch stimmt es nicht, dass kein Alkohol enthalten ist.  

Ganz ohne Kennzeichnung kommen unverpackte Lebensmittel aus, also alles, was in der Bäckerei, im Restaurant, in der Kantine oder auf dem Wochenmarkt angeboten wird. „Hier hilft nur Nachfragen und sich auf die Nase verlassen“, rät die Ökotrophologin.

Alkohol in Lebensmittel ungesund?

„Betrunken werden Sie von den kleinen Mengen Alkohol in Lebensmitteln nicht und für Schwangere ist es gesundheitlich völlig unbedenklich“, beruhigt die Ernährungswissenschaftlerin. Problematisch ist Alkohol in Lebensmitteln aber für trockene Alkoholiker und für Kinder: Alkohol ist ein Geschmacksträger und Kinder gewöhnen sich so an den Geschmack des Alkohols.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.09.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
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