Superstars im Küchenregal

Omega-3-Fettsäuren sind nicht nur gut für Herz und Kreislauf, sie können womöglich auch einer beginnenden Demenz entgegenwirken.

(St. Paul – 29.12.2011) Eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren und bestimmten Vitaminen ist, kann offenbar den Gehirnabbau im Alter bremsen und die geistige Fitness erhalten. Das haben US-amerikanische Forscher im Rahmen einer Studie mit 104 älteren Menschen festgestellt. Bei Versuchsteilnehmern, deren Blut viele Omega-3-Fettsäuren sowie die Vitamine C, D, E und B enthielt, fanden sie ein höheres Gehirnvolumen als bei Teilnehmern mit geringeren Werten. Außerdem schnitten diese Probanden in Gedächtnistests besser ab, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Neurology“.

Omega-3-Fettsäuren und Vitamine fürs Hirn

Verschiedene Studien haben bereits gezeigt, dass Omega-3-Fettsäuren positiv auf das Herz-Kreislauf-System wirken. Menschen, die viele dieser ungesättigten Fettsäuren zu sich nehmen, sterben seltener an Herzinfarkten. Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D finden sich vor allem in bestimmten Pflanzenölen (Leinöl, Hanföl, Walnussöl, Rapsöl oder Sojaöl) und fettreichen Fischsorten. Die als Nervenvitamine geltenden B-Vitamine und die zellschützend wirkenden Vitamine C und E sind besonders reichlich in Obst- und Gemüsesorten enthalten.

Nur ein indirekter Zusammenhang?

Andere Faktoren wie Alter, Bildungsstand oder der Blutdruck spielen aber ebenfalls eine wichtige Rolle für die geistige Fitness und den Zustand des Gehirns, wie die Forscher betonen. Somit wäre auch folgender Zusammenhang möglich: Menschen, mit einem höheren Bildungsstand trainieren ihre geistigen Fähigkeiten regelmäßiger. Ihr Hirn ist fitter. Und gleichzeitig wissen sie mehr darüber, wie man sich gesund ernährt und folgen entsprechenden Empfehlungen. Ein hoher Gehalt von Omega-3-Fettsäuren oder Vitaminen im Blut und gute geistige Leistungsfähigkeit müssen somit nicht direkt zusammenhängen.

„Diese Ergebnisse müssen noch durch weitere Studien bestätigt werden, aber es ist sehr aufregend, darüber nachzudenken, dass Menschen ihre Gehirne potenziell vor dem Schrumpfen bewahren und sie funktionsfähig halten könnten, indem sie einfach ihre Ernährung anpassen“, sagt Bowman.

104 gesunde ältere Menschen untersucht

Für ihre Studie hatten die Forscher 104 Versuchsteilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 87 Jahren untersucht. Alle Probanden waren gesund und wiesen wenige Risikofaktoren für eine Demenz oder andere Formen des geistigen Abbaus auf.

Die Wissenschaftler entnahmen den Probanden Blut und bestimmten darin die Gehalte der wichtigsten Nährstoffe sowie von Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen. Außerdem wurden alle Studienteilnehmer verschiedenen Tests unterzogen, mit denen ihre geistigen Leistungen gemessen wurden. Das Gehirnvolumen erfassten die Forscher mittels Magnetresonanztomografie (MRT).

Bei Versuchsteilnehmern, deren Ernährung viele sogenannte Trans-Fettsäuren enthielt, fanden die Forscher negative Folgen: Diese Probanden hatten häufiger ein geringeres Gehirnvolumen und hätten auch in den Gedächtnistests schlechter abgeschnitten, berichten Bowman und seine Kollegen. Trans-Fettsäuren finden sich vor allem in gehärteten Fetten von Fertiggerichten und anderer industriell vorgefertigter Nahrung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.12.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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