Wenn Obstessen schmerzt
Obst gehört eigentlich zu einer gesunden Ernährung dazu. Doch nicht jeder verträgt den darin enthaltenen Fruchtzucker. Schuld ist eine Fehlfunktion im Darm.
(München – 25.10.11) Immer mehr Menschen achten auf eine bewusste und ausgewogene Ernährung. Dabei steht meistens viel Obst auf dem Speiseplan, denn es hat relativ wenige Kalorien und steckt voller Vitamine. Doch der Verzehr von Früchten ist nicht immer unproblematisch, denn Fruchtzucker (Fructose) wird nicht von allen Menschen gleich gut vertragen: „Studien zeigen, dass etwa jeder dritte Westeuropäer mit mehr oder weniger starken Beschwerden auf Fructose reagiert“, sagt Diplom-Ökotrophologin Doris Fritzsche. Zu den typischen Symptomen gehören Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfälle oder sehr weiche Stuhlgänge. Auch Übelkeit, Appetitlosigkeit, Krämpfe im Unterbauch oder depressive Verstimmungen können auftreten.
Fehlfunktion im Dünndarm
Hinter der Fructose-Unverträglichkeit, auch Fruktosemalabsorption genannt, steckt ein Fehlfunktion im Darm, sagt Antje Gahl, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): „Fructose braucht einen Transporter, um vom Dünndarm in den Blutkreislauf zu gelangen.“ Funktioniert dieser Transport nicht ausreichend, gelangt Fruchtzucker unverdaut in den Dickdarm. Dort entstehen dann Gase und kurzkettige Fettsäuren, die zu einem Blähbauch und Durchfällen führen.
Ein Atem- oder Zuckerbelastungstest gibt Aufschluss
Ob eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit vorliegt, stellt der Arzt mittels Atem- oder Fructosebelastungstest fest. Betroffene müssen nicht dauerhaft auf Obst verzichten: „Man muss nur herausfinden, wie viel und in welchem Rahmen der Fruchtzucker am besten vertragen wird“, sagt Antje Gahl.
Der erste Schritt zur Genesung ist eine Karenzphase: Zunächst sollte Fruchtzucker konsequent aus der Ernährung gestrichen werden, damit sich der Darm erholen kann. Nach dieser Erholungsphase wird schrittweise wieder Obst in den Speiseplan eingeführt. „Oft wird der Fruchtzucker besser vertragen, wenn man das Obst mit protein- und fetthaltigen Lebensmitteln kombiniert“, rät die Expertin der DGE. So sind Himbeeren mit Quark häufig besser verträglich als pur. Auch Glukose verbessert die Fruchtzuckeraufnahme im Darm. Ein Obstsalat kann leichter verdaulich sein, wenn man einen Teelöffel Traubenzucker hinzufügt.
Der erste Schritt zur Genesung ist eine Karenzphase: Zunächst sollte Fruchtzucker konsequent aus der Ernährung gestrichen werden, damit sich der Darm erholen kann. Nach dieser Erholungsphase wird schrittweise wieder Obst in den Speiseplan eingeführt. „Oft wird der Fruchtzucker besser vertragen, wenn man das Obst mit protein- und fetthaltigen Lebensmitteln kombiniert“, rät die Expertin der DGE. So sind Himbeeren mit Quark häufig besser verträglich als pur. Auch Glukose verbessert die Fruchtzuckeraufnahme im Darm. Ein Obstsalat kann leichter verdaulich sein, wenn man einen Teelöffel Traubenzucker hinzufügt.
Nicht in die Fruchtzuckerfallen tappen
Ziel der Therapie sollte sein, wieder zu einer ausgewogenen Ernährung zurückzufinden. Viel Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch, Fleisch und Milchprodukte, Obst in Maßen – so lasse es sich auch mit einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit leben, sagt Antje Gahl: „Allerdings sollten Betroffene beim Einkauf die Zutatenlisten der Lebensmittel genau studieren, da vielen Produkten Fruchtzucker, Sorbit oder andere Zuckeraustauschstoffe zugesetzt worden sind.“ Dazu gehören Fruchtjoghurts, Backwaren oder kalorienreduzierte Limonaden.




