Pilze mit Vorsicht genießen

Die Pilzsaison hat dieses Jahr wegen des feuchtwarmen Wetters bereits begonnen. Welche Dinge sollten Sammler beachten und was ist im Falle einer Vergiftung zu tun?

Champignons © Shutterstock
(Berlin – 20.08.2011) Begünstigt durch das feuchtwarme Wetter gedeihen die Pilze derzeit prächtig. Viele Pilzsammler unterschätzen nach Expertenmeinung die Gefahr einer Vergiftung. „Manche Menschen glauben offenbar, nur mit Hilfe eines Bestimmungsbuchs gefahrlos Pilze sammeln zu können“, sagt Florian Eyer, Toxikologe am Münchner Klinikum rechts der Isar. Das sei sehr gefährlich.

Dabei sind giftige und ungiftige Pilze oft nur sehr schwer voneinander zu unterscheiden, erklärt Florian Eyer weiter. Laien sollten Funde, die sie nicht mit absoluter Sicherheit bestimmen können, daher immer vor der Zubereitung von einem Experten identifizieren lassen. Entsprechende Beratungsstellen gibt es in fast jeder größeren Stadt.

Pilze richtig zubereiten

Auch der Verzehr eigentlich genießbarer Pilze kann zu Unverträglichkeiten führen, wenn diese nicht ausreichend gekocht wurden. Pilze sollten laut Eyer für mindestens 15 Minuten bei 80 Grad im Topf garen. Pilze, die nicht auf diese Art zubereitet werden, können zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Entsprechende Symptome treten meist in den ersten vier Stunden nach dem Essen auf.

Hat man sich hingegen ernsthaft vergiftet, etwa mit einem Grünen Knollenblätterpilz, treten die Beschwerden frühestens sechs bis acht Stunden nach dem Verzehr auf. Schwere Durchfälle und Erbrechen sind die Alarmzeichen. „Es sollte bei diesen Symptomen sofort ein Arzt oder ein Krankenhaus aufgesucht werden“, rät Toxikologe Eyer. Der rapide Flüssigkeitsverlust an sich sei schon lebensbedrohlich, zudem drohten bleibende Schäden an Nieren und Leber.

Pilze aufheben

Bei der Zubereitung eines Gerichts mit selbst gesammelten Pilzen wird empfohlen, ein Exemplar oder zumindest Teile eines Pilzes aufzuheben. Im Falle einer Vergiftung sollte das aufgehobene Material zum Arzt mitgenommen werden. Anhand der Proben kann ein Fachmann bestimmen, welche Pilzart die Vergiftung verursacht hat. Dann ist eine effektivere und wirkungsvollere Therapie möglich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.08.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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