Mit Diabetes in der Klinik

Gerade für Diabetespatienten ist es besonders wichtig, einen Krankenhausaufenthalt möglichst gut zu planen. Was Betroffene beachten sollten.

Mann mit Diabetes mellitus liegt im Krankenhaus © iStock
(Berlin – 22.05.2017) Bei Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 kann ein Krankenhausaufenthalt die Stoffwechseleinstellung verschlechtern – auch bei einem längerfristig geplanten Routineeingriff. Besonders wenn der Aufenthalt nicht in der Diabetologie, sondern in einer anderen Abteilung stattfindet, kann es zu Problemen kommen. Denn nicht an jeder Klinik steht ein Diabetesteam zur Verfügung, das den Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrolliert und die notwendige Diabetestherapie berücksichtigt. Dementsprechend sollten Betroffene vor der Einweisung gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt eine geeignete Klinik auswählen.

Einweisungsgrund ist oft nicht der Diabetes selbst

Abläufe im Krankenhaus sind völlig anders als unter Alltagsbedingungen. Meist erfolgt eine Einweisung aufgrund von Begleit- und Folgeerkrankungen oder schweren Erkrankungen wie Schlaganfällen, Herzinfarkten oder Lungenentzündungen, die den Blutzucker in Überzuckerungen treiben. Einweisungsgrund ist nur selten der Diabetes mellitus selbst. Bei der Behandlung von Beschwerdebildern, die primär nicht mit der Stoffwechselerkrankung zusammenhängen – zum Beispiel bei einer Hüft- oder Augen-Operation – gerät der Diabetes häufig aus dem Blickfeld.

Nüchternphasen führen zu Stoffwechselschwankungen

„Ein Krankenhausaufenthalt stellt immer eine Ausnahmesituation dar. Besonders mit Diabetes sollte dieser möglichst gut geplant und vorbereitet werden, da es vermehrt zu Komplikationen kommen kann“, erklärt Diabetesberaterin Doris Schöning. Nüchternphasen für Untersuchungen oder operative Eingriffe führen zu Stoffwechselschwankungen. Auch nach Operationen kann der Blutzucker aufgrund der vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen ansteigen oder es können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eintreten. „Bei Eingriffen über mehrere Stunden muss ausgebildetes Personal den Blutzuckerspiegel streng überwachen“, so Schöning.

Behandelnden Arzt und Pflegeteam über den Diabetes informieren

Häufig kommt es jedoch vor, dass Klinikärzte und -personal aufgrund mangelnder Kenntnisse über die Erkrankung nicht genug Rücksicht auf die Therapiebedürfnisse von Diabetespatienten nehmen und mögliche Folgen wie eine schwere Stoffwechselentgleisung oder schlechtere Wundheilung unterschätzen. Betroffene sollten deshalb gemeinsam mit ihrem Diabetologen die Klinik sorgfältig auswählen und schon beim Aufnahmegespräch mit ihrem behandelnden Arzt sowie dem Pflegeteam der Klinik über ihre bisherige Diabetesbehandlung, ihre aktuelle Medikation sowie die von ihnen selbst durchgeführten Blutzuckerkontrollen sprechen. „Alle Informationen zur Diabeteserkrankung und Therapie – beispielsweise der Einsatz von blutzuckersenkenden Medikamenten – müssen in der Patientenakte dokumentiert werden“, sagt die Expertin.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.05.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes-Hilfe: Was Diabetes-Patienten bei der Planung von Krankenhausbehandlungen beachten sollten