Therapie chronischer Wunden

Wissenschaftler haben spezielle Hydrogel-Wundauflagen entwickelt, die in Zukunft die Behandlung chronischer Wunden verbessern könnten.

Wissenschaftlerin am Mikroskop © iStock
(Dresden – 27.04.2017) Wenn Wunden nach mehreren Wochen nicht abheilen, spricht man von chronischen Wunden. Sie können etwa eine Folgeerscheinung von Diabetes mellitus oder Durchblutungsstörungen sein. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden und der Klinik für Dermatologie der Universität Leipzig haben nun gemeinsam Hydrogel-Wundauflagen entwickelt und getestet, die Glykosaminoglykane – eine Klasse natürlich vorkommender Kohlenhydrate – enthalten. Die Hydrogele ermöglichen die Abschwächung entzündlicher Prozesse, was neue Behandlungsmöglichkeiten für chronische Hautwunden eröffnet.

Durch die Wundauflagen können sich die Wunden wieder schließen

„Chronische Wunden können nicht abheilen, da kontinuierlich Immunzellen aus dem Blut in die Wunde gelangen. Mit unserer Wundauflage wollten wir die Ursache bekämpfen und die Einwanderung von Immunzellen stoppen, sodass die Wunde sich schließen kann“, erklärt Dr. Sandra Franz, Arbeitsgruppenleiterin von der Universität Leipzig. Und das funktioniert so: Die Glykosaminoglykane werden in einem Hydrogel auf die Wunde aufgetragen. Sie binden Chemokine an sich – das sind Botenstoffe, die die Immunzellen immer wieder in das entzündete Gewebe locken. Wenn die Chemokine allerdings von den Zuckermolekülen gebunden werden, wirken sie nicht mehr. Dadurch wird die kontinuierliche Einwanderung von Immunzellen verhindert und die Wunde kann sich schließen.

Möglicherweise auch für andere entzündliche Krankheiten geeignet

Die von den Forschern entwickelten Wundauflagen beschleunigten die Heilung in einem Tiermodell für chronische Hautwunden. Weiterführende Tests der Materialien könnten ermöglichen, dass diese künftig auch in der Humanmedizin zur Anwendung kommen. Darüber hinaus erwarten die Wissenschaftler, dass das zugrundeliegende Konzept auch für die Behandlung anderer entzündlicher Erkrankungen geeignet sein könnte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.04.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden: Glykosaminoglykan-basierte Hydrogele für die verbesserte Behandlung chronischer Wunden