Diabetes im Beruf

Diabetes beeinflusst nicht nur den Alltag, sondern auch den Job. Was Betroffene bei der Jobwahl und im Berufsalltag beachten sollten.

Frau im Bewerbungsgespräch © iStock
(Berlin – 01.03.2017) Junge Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 sind häufig unsicher, ob sie nach der Schulzeit trotz ihrer chronischen Stoffwechselerkrankung ihren Traumberuf ergreifen können. Berufstätige, bei denen Diabetes festgestellt wird, stehen vor der Frage, ob sie ihre bisherige Tätigkeit weiter ausüben dürfen. Entgegen manchem Vorurteil können Menschen mit Diabetes mellitus nahezu alle Berufe und Tätigkeiten ausüben. Allerdings ist es für Betroffene empfehlenswert, sich vor der Berufswahl über ihre Rechte und Pflichten zu informieren.

Nur wenige Berufe sind für Betroffene ungeeignet

Für die meisten Berufe ist Diabetes mellitus kein Hindernisgrund – eine gute Stoffwechsellage vorausgesetzt. Bei der Berufswahl sollten Betroffene ihre Interessen und Fähigkeiten an erste Stelle setzen. Denn es gibt nur wenige Berufsfelder, die für sie ungeeignet sind. Zu diesen gehören Tätigkeiten, bei denen im Falle einer Unterzuckerung eine erhebliche, nicht anders abwendbare Gefahr für Dritte oder den Betroffenen selbst drohen – zum Beispiel die Arbeit als Pilot oder Busfahrer. „Birgt ein Beruf eine Fremdgefährdung, heißt das jedoch nicht automatisch, dass Menschen mit Diabetes diesen nicht ausüben dürfen“, erklärt Oliver Ebert, Rechtsanwalt und Vorsitzender des Ausschuss Soziales der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. „Ausnahmen sind im Einzelfall möglich. Der Nachweis über einen gut eingestellten Blutzucker sowie die Fähigkeit zur rechtzeitigen Wahrnehmung von Unterzuckerungen kann den Wunschberuf eventuell doch noch möglich machen.“

Keine Pflicht, den potenziellen Arbeitgeber zu informieren

Vor einem Bewerbungsgespräch sollten sich Diabetespatienten auf mögliche Fragen zur persönlichen Gesundheit vorbereiten – am besten gemeinsam mit einem Diabetologen. „Es besteht keine Verpflichtung, den potenziellen Arbeitgeber über die Diabeteserkrankung zu informieren“, erklärt Ebert. Einige Unternehmen verlangen eine Einstellungsuntersuchung, die jedoch nur unter Zustimmung des Bewerbers stattfindet. „Diese basiert auf freiwilliger Basis“, so der Experte. „Der Arbeitgeber darf die Einstellung aber von einer Untersuchung durch den Betriebsarzt abhängig machen.“ Der Betriebsarzt ist – wie jeder andere Arzt auch – zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ohne Einverständnis des potenziellen Arbeitnehmers darf er dem Arbeitgeber keine Informationen über Befunde mitteilen.

Die engsten Kollegen sollten über die Erkrankung Bescheid wissen

„Im Job selbst sollten Menschen mit Diabetes eher zurückhaltend mit ihrer Erkrankung umgehen“, rät Ebert. Den engsten Kollegenkreis sollten sie aber über die Diabeteserkrankung informieren, denn das fördert Verständnis für Abwesenheiten zum Blutzuckermessen und Insulinspritzen. Zudem ist es für eventuelle Notfälle gut, wenn die Kollegen Bescheid wissen, damit sie im Ernstfall eingreifen können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.03.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Hilfe: Traumjob mit Diabetes?! – Diese Rechte haben Betroffene