Herz und Diabetes

Diabetes und Herzprobleme hängen oft zusammen. Diabetiker sollten ihr Herzinfarktrisiko und Herzpatienten ihr Diabetesrisiko überprüfen lassen.

Seniorin mit Diabetes misst ihren Blutzuckerspiegel © iStock
(Frankfurt am Main – 14.11.2016) Bei Diabetikern, die einen Herzinfarkt erleiden, fehlen meist die infarkttypischen heftigen Brustschmerzen und damit das entscheidende Warnzeichen für ihre lebensbedrohliche Situation. Sie haben oftmals eher Angst vor den typischen Spätkomplikationen wie Erblindung, Nierenversagen oder Amputation, unterschätzen jedoch die erhöhte Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall.  

„Gerade langjährige Diabetiker haben häufig ein sehr schwaches Schmerzempfinden für typische Herzinfarkt-Warnsymptome wie Brustschmerzen, sodass für diese Patienten der Herzinfarkt oft das erste Symptom einer schon lange bestehenden Verkalkung der Herzkranzgefäße ist“, berichtet Prof. Dr. Dr. Diethelm Tschöpe vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Bei Diabetikern kommt es durch die lang bestehende Überzuckerung zur Störung des Nervensystems, was dazu führt, dass sie die typischen Brustschmerzen als Folge der Durchblutungsstörung des Herzmuskels nicht spüren. Ein chronisch hoher Blutzucker begünstigt die Arteriosklerose als Ursache von Herzinfarkt und Schlaganfall, sodass bei Männern mit Diabetes mellitus das Herzinfarktrisiko um das Zwei- bis Vierfache und bei Frauen um das Sechsfache (nach der Menopause noch mehr) erhöht ist.

Beim Hausarzt Risikofaktoren überprüfen lassen

Diabetespatienten, aber auch Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sollten von ihrem Hausarzt die Herzinfarkt-Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker, zu hohe Cholesterin- und Triglyceridwerte sowie Übergewicht überprüfen lassen. „Diabetes und Herzprobleme sind eine gefährliche Kombination: Weil Diabetes- und KHK-Patienten häufig über Jahre hinweg nur von ihrer jeweils einen Erkrankung, aber nichts von der anderen wissen, sind sie stark infarktgefährdet – und das, obwohl sie womöglich seit Jahren in fachärztlicher Behandlung sind“, sagt der Experte. Klagt etwa ein Diabetespatient über häufige Atemnot, kann das ein Anzeichen einer Herzschwäche als Folge einer nicht behandelten KHK und eines nicht erkannten Bluthochdrucks sein. Bei Patienten mit einer KHK oder einer anderen Herzkrankheit liegt die Wahrscheinlichkeit einer Diabeteserkrankung bei über 60 Prozent. „Herzpatienten mit KHK, Herzschwäche oder Vorhofflimmern sollten deshalb bei ihrem Arzt in regelmäßigen Abständen auch ihren Blutzuckerwert (Nüchternblutzucker) messen lassen und auf diese Blutuntersuchung bestehen.“

Blutzuckertests bringen Gewissheit

Blutzuckertests können einfach vom Hausarzt oder Internisten und Diabetologen durchgeführt werden: Wenn zwei unterschiedliche Blutzuckermessungen, die zum Beispiel aus dem Blut in der Fingerspitze gewonnen sind, Werte über 126 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) ergeben, steht die Diagnose fest: Diabetes mellitus. Alternativ ist ein standardisierter Blutzuckerbelastungstest möglich: Wenn zwei Stunden nach Einnahme von Glukose (Traubenzucker) der Wert bei über 200 mg/dl liegt, leidet der Patient an Diabetes. Eine sofortige konsequente Behandlung zur Normalisierung der Blutzuckerwerte ist wichtig, damit die Blutgefäße durch den hohen Blutzucker nicht beschädigt und damit die Sauerstoffversorgung des Herzens und des ganzen Organismus nicht beeinträchtigt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.11.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung: Typische Herzinfarkt-Warnsymptome fehlen bei Diabetikern
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