Risikofaktor für Diabetes

Forscher haben herausgefunden: Luftverschmutzung ist ein Risikofaktor für Diabetes Typ 2 – vor allem, wenn der Stoffwechsel bereits gestört ist.

Stau © Thinkstock
(München – 12.09.2016) Ist der eigene Wohnort durch Luftverschmutzung belastet, steigt auch das Risiko, eine Insulinresistenz als Vorstufe von Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln. Das haben Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) herausgefunden.

Bei gestörtem Glukosestoffwechsel besonders riskant

„Ob und wann die Krankheit ausbricht, hängt nicht nur vom Lebenswandel oder den Genen ab, sondern kann auch Verkehrsabgase als Ursache haben“, sagt Prof. Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie II am Helmholtz Zentrum München und Leiterin des Forschungsbereichs Epidemiologie des DZD. Sie und ihre Kollegen haben in Kooperation mit dem Deutschen Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und dem Deutschen Herzzentrum München für die aktuelle Studie die Daten von knapp 3.000 Teilnehmern der in Augsburg durchgeführten KORA-Studie ausgewertet. Alle Probanden wurden befragt und körperlich untersucht. Außerdem nahmen die Forscher jeweils eine Nüchternblutprobe ab, in der sie sowohl verschiedene Marker für die Insulinresistenz und Entzündungen als auch weitere aus dem Fettgewebe stammende Botenstoffe bestimmten. Nicht-Diabetiker unterzogen sich zudem einem oralen Glukosetoleranztest zum Nachweis eines gestörten Glukosestoffwechsels.  

Diese Daten glichen die Forscher mit den Luftschadstoffkonzentrationen am Wohnort der Probanden ab, die sie mittels Vorhersagemodellen basierend auf wiederholten Messungen an 20 (Partikelmessungen) bzw. 40 (Stickoxidmessungen) Standorten in der Stadt und im ländlichen Raum geschätzt hatten. „Dabei zeigte sich, dass Menschen, die bereits einen gestörten Glukosestoffwechsel aufweisen – so genannte Prädiabetiker – besonders anfällig für die Einflüsse der Luftverschmutzung sind“, so Dr. Kathrin Wolf, Erstautorin der Studie. „Die Marker in ihrem Blut waren in Assoziation mit den Schadstoffen in der Luft besonders signifikant verändert. Luftverschmutzung ist daher gerade für Menschen mit gestörtem Glukosestoffwechsel langfristig ein Risikofaktor für Typ-2-Diabetes.“

Weitere Studien

Künftig wollen die Wissenschaftler auch den Einfluss besonders kleiner Partikel untersuchen – den Ultrafeinstaub. „Auch in diesem Zusammenhang wird das Thema Diabetes unsere Forschung weiter prägen. Nur wenn wir die Risikofaktoren genau kennen, ist es möglich, der wachsenden Zahl betroffener Menschen mit Diabetes entgegen zu wirken“, so Studienleiterin Peters.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.09.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Helmholtz Zentrums München: Diabetes: Risikofaktor Luftverschmutzung
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