Schmale oder breite Taille?

Um das Diabetesrisiko einschätzen zu können, eignet sich der Taillenumfang besser als der BMI. Wie hoch er höchstens sein sollte.

Frau misst ihren Taillenumfang © Thinkstock
(Bonn – 21.04.2016) Für die Einschätzung des Diabetesrisikos ist der Taillenumfang deutlich aussagekräftiger als das Körpergewicht oder der Körpermassenindex (BMI). Zu diesem Resultat kommt eine Untersuchung der Universität Halle. Die Wissenschaftler werteten vier Studien mit insgesamt über 10.000 Teilnehmern aus verschiedenen Regionen Deutschlands aus. Auch die Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) mit rund 3.100 Probanden flossen in die Bewertung verschiedener anthropometrischer Marker ein: Körpergewicht und -größe, BMI, Taillenumfang, das Taille-Hüft- und das Taille-Größe-Verhältnis standen auf dem Prüfstand.

BMI berücksichtigt nicht, wo das Fett sitzt

Ein gängiges Maß zur Einschätzung des Körpergewichts ist der BMI, der das Verhältnis von Gewicht (in Kilogramm) zur Körpergröße (in Metern zum Quadrat) angibt. Beim BMI wird allerdings nicht berücksichtigt, wo das Fett sitzt. Und das ist für das gesundheitliche Risiko entscheidend. Fett im Bauchraum ist besonders schädlich, da es sich an den inneren Organen sammelt und sehr stoffwechselaktiv ist. Der Taillenumfang gibt dagegen den Zustand der Bauchorgane wieder und ermöglicht eine Beurteilung des viszeralen, also im Körper liegenden Fettgewebes.  

Die Studienergebnisse bestätigten nun einen Zusammenhang zwischen diesen Körperdaten und dem Erkrankungsrisiko für Diabetes mellitus Typ 2: Zwischen den Markern des Bauchfetts – etwa dem Taillenumfang und dem Verhältnis von Taillenumfang zur Körpergröße – war ein stärkerer Bezug zu dieser typisch ernährungsmitbedingten Erkrankung, als es beim Gewicht und beim BMI der Fall war. Das konnte für Männer und Frauen gleichermaßen nachgewiesen werden.

So messen Sie Ihren Taillenumfang

Der Taillenumfang lässt sich ganz einfach selbst bestimmen. Bei freiem Oberkörper wird das Maßband im Stehen in Höhe des Bauchnabels angelegt und in gerader Linie um den Bauch geführt. Er sollte bei Frauen 88 Zentimeter und bei Männern 102 Zentimeter nicht überschreiten. Um das Bauchfett zu reduzieren, sind neben einer ausgewogenen Ernährung auch spezielle Fitnessprogramme geeignet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.04.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. (Heike Kreutz, www.aid.de): Taille statt BMI: Bessere Marker zur Einschätzung des Diabetesrisikos