Strafe für Pharmakonzerne

Weil sie verschwiegen haben sollen, dass ihr Diabetes-Mittel Krebs auslösen kann, müssen zwei Pharmakonzerne nun eine Milliarden-Geldstrafe zahlen.

Tabletten © Thinkstock
(Lafayette – 09.04.2014) Sie sollen verschwiegen haben, dass ihr umsatzstarkes Diabetes-Medikament Actos (Wirkstoff Pioglitazon) Krebs verursachen kann. Deshalb müssen der japanische Arzneimittelhersteller Takeda und die US-Pharmafirma Eli Lilly, die das Medikament in den USA bis 2006 vermarktet hatte, jetzt eine Geldbuße von insgesamt neun Milliarden Dollar zahlen – der US-Konzern drei Milliarden und das Unternehmen aus Japan sechs Milliarden.

Geklagt hatte ein Patient, der nach Einnahme des Medikaments an Krebs erkrankt war. Ihm wurde ein Schadensersatz von 1,5 Millionen Dollar zugesprochen.

Zulassung in Deutschland auf bestimmte Personengruppen beschränkt

Schon seit Längerem besteht der Verdacht, dass Actos bei manchen Patienten Blasenkrebs auslöst. 2011 hatte die Arzneimittelbehörde BfArM in Deutschland daraufhin empfohlen, keine neuen Patienten mehr mit diesem Präparat zu behandeln. Danach wurde die Zulassung des Medikaments auf bestimmte Personengruppen – also begründete Ausnahmefälle – beschränkt.

Beide Unternehmen wollen das Urteil anfechten

Sowohl Takeda als auch Eli Lilly kündigten an, das Urteil anfechten zu wollen. Denn es sei nicht bewiesen, dass das Medikament im Fall des Klägers Krebs verursacht habe.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.04.2014
  • Autor/in: vitanet.de
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