Spätfolge Diabetes Typ 2

Stillen ist gesund: Es kann Diabetes mellitus Typ 2 vorbeugen, das sonst bei jeder zweiten Frau mit Schwangerschaftsdiabetes entsteht.

Schwangere Frau © Thinkstock
(Stuttgart – 18.07.2013) Jede zweite Frau, die während der Schwangerschaft vorübergehend Diabetes entwickelt, erkrankt nach der Entbindung innerhalb von acht Jahren dauerhaft an Diabetes Typ 2. Dies ist das Ergebnis einer südkoreanischen Studie, die im „Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism“ veröffentlicht wurde.

„Die Studie bestätigt Erkenntnisse, die wir auch in deutschen Studien gewinnen“, erklärt Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Die DDG rät Frauen mit Gestationsdiabetes, also Schwangerschaftsdiabetes, vorbeugend zur Ernährungsumstellung, zu dreimonatigem Stillen und zu regelmäßigen Blutglukosetests nach der Geburt. Mit diesen Maßnahmen lasse sich der Ausbruch von Typ-2-Diabetes in vielen Fällen verhindern oder verzögern.

Höhere Anfälligkeit durch bestimmte Genvarianten

In der südkoreanischen Studie wurden 843 Frauen nach einem Gestationsdiabetes regelmäßig untersucht. Die Langzeituntersuchung ergab: Jede zweite Frau erkrankte innerhalb von acht Jahren nach der Entbindung an Typ-2-Diabetes. Bei 12,5 Prozent waren die Blutzuckerwerte sogar schon bei der ersten Nachuntersuchung nach zwei Monaten erhöht. Diese sogenannten „early converter“ hatten häufig eine bestimmte Genvariante (HHEX), die die Anfälligkeit für Typ-2-Diabetes steigert. Bei den Frauen, die später einen Diabetes Typ 2 entwickelten („late converter“), lag oft eine andere Gen-Variante (CDKAL1) vor. „Auch hier sehen wir Studien bestätigt, die auf eine erbliche Veranlagung für einen Typ-2-Diabetes hinweisen“, erklärt Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Pressesprecher der DDG.

Vorbeugung: Stillen, Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion

Dennoch sei Typ-2-Diabetes kein unabwendbares Schicksal. Frauen mit Gestationsdiabetes, die ihr Kind stillen, haben auf lange Sicht ein um 40 Prozent verringertes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. US-Studien zeigen, dass eine Umstellung der Ernährung und Gewichtsreduktion das Risiko zudem halbieren können.

Unbedingt zu empfehlen ist eine regelmäßige Kontrolle des Glukosestoffwechsels nach der Entbindung, auch wenn sich die Blutzuckerwerte zunächst wieder normalisiert haben. „Wir empfehlen eine erste Blutglukosemessung sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt“, sagt DDG-Präsident Siegel. Sind die Blutzuckerwerte unauffällig, sollten die Messungen alle zwei bis drei Jahre wiederholt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.07.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
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