Hafer für den Blutzucker

Haferflocken am Morgen schmecken nicht nur lecker, sondern können Diabetikern auch helfen, ihren Blutzucker zu stabilisieren.

Haferflocken auf Kochlöffel © Thinkstock
(Köln – 03.05.2012) Hafer kann den Insulinbedarf von Patienten mit Diabetes mellitus senken. „Wenn Diabetiker morgens zum Frühstück Haferflocken essen, kann dadurch der Blutzuckerwert berechenbarer werden“, sagt der Kölner Internist Matthias Riedel vom Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN). Denn Haferflocken bestehen aus Kohlenhydraten mit sehr hohem Ballaststoffanteil. „Darum führen Haferflocken nur zu einem sehr moderaten Blutzuckeranstieg, was den Insulinbedarf von Diabetikern senkt, manchmal sogar sehr drastisch“, erklärt Riedel.

Dieser Effekt kann vor allem für Typ-2-Diabetiker mit einer Insulinresistenz eine große Rolle spielen. „Typ-2-Diabetiker produzieren in den ersten Jahren ihrer Erkrankung in der Regel ausreichend Insulin, aber die Körperzellen reagieren nicht mehr richtig auf das Hormon“, so der Experte. Die Bauchspeicheldrüse schüttet dann immer mehr Insulin aus, was jedoch immer weniger wirkt. In der Folge steigt der Blutzucker an. „Bei diesen Patienten kann der ein oder andere Hafer-Tag eine durchaus sinnvolle Maßnahme sein“, sagt Riedel.

Ab und zu ein Hafer-Tag

An einem Hafer-Tag werde 125 bis 200 Gramm Hafer gemischt mit Obst oder Gemüsebrühe auf drei Mahlzeiten verteilt. „Das ist natürlich eine extreme Diätform und eignet sich überhaupt nicht dazu, auf Dauer durchgeführt zu werden“, erklärt der Internist. Aber wenn ein Patient dabei beispielsweise beobachte, dass der Blutzuckerspiegel um 30 Prozent sinke, mache das die Wirkung der Ernährung auf die Blutzuckerwerte gewissermaßen sichtbar. „Und das motiviert die Betroffenen, sich gesund zu ernähren und abzunehmen“, meint Riedel.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.05.2012
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: dapd
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung