Aktiv gegen Diabetes

In der Frühphase kann Diabetes Typ 2 oft noch gut behandelt werden – unter Umständen sogar ohne eine medikamentöse Therapie.

Blutzuckermessung © Shutterstock
(München – 10.08.2011) Die Zahl der Menschen, die an Diabetes leiden, steigt kontinuierlich. Gründe für die Erkrankung sind nicht selten falsche Ernährungsgewohnheiten und Übergewicht: „Diabetes ist in vielen Fällen ein Wohlstandssyndrom“, sagt Michael Roden, Direktor des Deutschen Diabetes Zentrums in Düsseldorf.

Doch auch wer sich jahrelang ungesund ernährt hat und womöglich übergewichtig ist, kann etwas gegen die Zuckerkrankheit tun. Selbst ein bereits diagnostizierter Diabetes kann im Frühstadium meist noch gut therapiert werden. „Typ 2 Diabetes lässt sich oft lange ohne Medikamente behandeln. Vor allem Gewichtsabnahme und Bewegung können die Erkrankung in der Frühphase zum Verschwinden bringen“, sagt Roden. Eine Umstellung der Ernährung ist dabei unumgänglich.

Rechtzeitig reagieren

Diabetes Typ 2 entwickelt sich schleichend: „Die Betroffenen merken oft jahrelang überhaupt nichts von ihrer Erkrankung“, erkärt der Diabetologe. Die Diagnose beim Arzt wird oft nur zufällig gestellt, zum Beispiel weil aufgrund einer Grippe Urin oder Blut untersucht wurde. Menschen mit Übergewicht oder entsprechender familiärer Neigung, sollten mit ihrem Arzt über mögliche Früherkennungsuntersuchungen sprechen. Betroffene mit der Diagnose Diabetes, sollten auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken: „Man kann viel gegen die Stoffwechselerkrankung tun“, sagt Michael Roden.

Ärztliche Kontrolle ist wichtig

Diabetes bedeutete früher meistens, dass die Küchen- und Kochregeln sehr kompliziert wurden. Diabetiker mussten Broteinheiten zählen und sich an minutiös geplante Essenszeiten und -häufigkeiten halten. „Das gibt es heute nicht mehr“, erklärt Ernährungsberaterin Michaela Berger. Sie ist selbst Diabetikerin und macht Betroffenen Mut: „Für Diabetiker gelten heute genau die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für stoffwechselgesunde Menschen. Mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährungsweise können Diabetiker es schaffen, ihren Blutzuckerspiegel wieder ins Lot zu bringen.“

Allerdings sollte der Versuch einer medikamentenfreien Behandlung in jedem Fall ärztlich begleitet werden, betont Mediziner Roden: „Es muss sichergestellt sein, dass die Lebensstiländerung allein ausreichend ist.“ Zu den Kontrolluntersuchungen gehöre sowohl die tägliche Blutzuckermessung, die von den Betroffenen selbst durchgeführt werden kann, aber auch die Langzeitzuckermessung in der ärztlichen Praxis, für die eine Blutabnahme erforderlich ist.

Konsequente Lebensumstellung

„Wer wirklich ohne Medikamente leben will, muss den Lebensstil konsequent und vor allem nachhaltig verändern“, betont Michaela Berger. Ein bisschen Sport, ein bisschen Abnehmen, ein bisschen gesünder essen – so einfach ist es in der Regel leider nicht. Gerade beim Thema Ernährung ist das aber nicht ganz einfach. Hinzu kommt, dass viele gar nicht wissen, wie viel Zucker oder Fett in bestimmten Lebensmitteln steckt.

Zu einer gesunden Ernährung für Diabetiker gehört viel Gemüse, wenig und mageres Fleisch und einige Male pro Woche Fisch. Süßes und fruchtzuckerreiches Obst sollten die Ausnahme bleiben: „Grundsätzlich kann man sich an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten“, erklärt Michaela Berger. Wer fürchtet, bei der Ernährungsumstellung Fehler zu machen, sollte sich von seinem Arzt beraten lassen.

Auch Sport und Bewegung gehören ins Programm

Bei Sport und Bewegung kommt der Stoffwechsel in Gang und der Kreislauf wird angeregt: Von diesen Effekten profitieren Diabetiker ganz besonders. „Sport verbessert den Traubenzuckereinstrom in die Zellen unabhängig vom Insulin und reduziert so den Blutzuckerspiegel“, erklärt Mediziner Roden. Mindestens dreimal pro Woche für 30-60 Minuten bei mindestens 60 Prozent der maximalen Belastbarkeit sind dafür allerdings erforderlich. Nur wenige wissen jedoch, was 60 Prozent ihrer maximalen Belastung sind. Diese und andere Fragen sollten im Rahmen einer ärztlichen Beratung geklärt werden, bevor der Patient mit dem Sportprogramm beginnt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.08.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
  •  Newsletter
  •  Weitere Dienste