Revolution in der Asthmatherapie

Asthma soll in Zukunft mittels spezifischer Immuntherapie – früher auch als Hypersensibilierung bekannt – behandelt werden. Das empfiehlt die neue Nationale Leitlinie.

Frau holt tief Luft © iStock
(Berlin – 05.11.2018) Asthma mit der spezifischen Immuntherapie behandeln? „Für Asthmapatienten ist das fast wie eine Revolution“, sagt Prof. Dr. med. Eckard Hamelmann, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie und Koautor der Leitlinie.

Die spezifische Immuntherapie bei Asthma

Die spezifische Immuntherapie (SIT) war früher auch unter dem Namen Hyposensibilisierung  bekannt und wird zur ursächlichen Behandlung von Allergien eingesetzt. Bei der SIT wird das Allergen über einen längeren Zeitraum regelmäßig unter die Haut gespritzt oder als Tabletten oder Tropfen eingenommen. Dadurch wird das Immunsystem langsam an das Allergen gewöhnt, damit es nicht mehr überempfindlich darauf reagiert. Wichtig: Die spezifische Immuntherapie ist die einzige Therapieform, die die Ursachen des allergischen Asthmas an der Wurzel bekämpft und nicht nur die Symptome behandeln kann.

Bei Asthma auch auf Allergien untersuchen lassen

Bei Asthma-Patienten sollen Ärzte, bei Verdacht oder wenn eine andere allergische Erkrankung vorliegt, in Zukunft untersuchen, ob und welche Allergie besteht.

Für die Therapie legt die neue Nationale Versorgungsleitlinie fest, dass die spezifische Immuntherapie jetzt ausdrücklich zur Stufentherapie gehört. Denn wird Asthma mit Medikamenten behandelt, erfolgt die Therapie in fünf Stufen – der Therapieplan ist für Erwachsene und Kinder unterschiedlich. Die spezifische Immuntherapie gilt für alle Stufen als zusätzliche Therapieoption, unabhängig vom Schweregrad. Patienten haben somit ein Anrecht, über die Möglichkeit einer spezifischen Immuntherapie zur Behandlung ihres Asthmas aufgeklärt zu werden.

Mit SIT: Asthmaausbrüche verringern und Symptome besser kontrollieren

Neue Studien haben gezeigt, dass die spezifische Immuntherapie bei allergischem Asthma die Ausbrüche (Exazerbationen) verringern und helfen kann, die Symptome zu kontrollieren. „In Kinderstudien konnte gezeigt werden, dass die Anwendung von Kortikosteroiden durch die spezifische Immuntherapie reduziert werden kann“, sagt Prof. Hamelmann, „gerade bei Kindern und Jugendlichen ist dies ein wichtiger Aspekt!“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.11.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. vom 19.10.2018: Spezifische Immuntherapie jetzt als Asthmatherapie empfohlen!