Antibiotika bei Bronchitis meist nicht sinnvoll

Meist verursachen Viren eine akute Bronchitis. In diesen Fällen helfen Antibiotika nicht, vielmehr wird dadurch die Bildung von Resistenzen gefördert.

Ärztin untersucht Frau mit Bronchitis © iStock
(Heidenheim – 28.11.2017) Zur Behandlung einer akuten Bronchitis sind im Normalfall keine Antibiotika notwendig. Darauf machen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) aufmerksam – auch im Hinblick auf die Gefahr, dass Bakterien zunehmend unempfindlich gegenüber Antibiotika, also resistent werden, wenn diese Medikamente unsachgemäß zum Einsatz kommen. „In neun von zehn Fällen wird eine akute Bronchitis von Viren verursacht. In solchen Fällen bringen Antibiotika nichts, vielmehr fördert eine sinnlose Verordnung die Resistenzbildung“, erklärt Dr. Andreas Hellmann vom Bundesverband der Pneumologen (BdP). „Patienten sollte bewusst sein, dass Husten aufgrund einer akuten Bronchitis bis zu sechs Wochen anhalten kann – das lässt sich auch durch die Einnahme von Antibiotika nicht verkürzen. Diese Medikamente sind eigentlich nur in schweren Bronchitisfällen mit Verdacht auf eine Lungenentzündung oder bei Risikopatienten mit einer Herz- oder Lungenvorerkrankung wie COPD oder Asthma angezeigt.“

Gelb-grüner Auswurf bedeutet nicht zwangsläufig bakterielle Infektion

Lange Zeit galt die Farbe des Auswurfs bei Husten – insbesondere gelbes und grünes Sputum – als Hinweis auf eine bakterielle Infektion. „Allerdings kann sich das Sputum auch nach einer viralen Atemwegsinfektion gelb oder grün verfärben – das ist eine Folge des physiologischen Abwehrprozesses, macht aber per se keine antibiotische Therapie erforderlich“, sagt der Lungenfacharzt. Einen Hinweis auf eine bakterielle Infektion und die Notwendigkeit einer Antibiotikatherapie kann die Bestimmung des C reaktiven Proteins (CRP) liefern. Das Akute-Phase-Protein Procalcitonin (PCT) ist dazu noch besser geeignet, gehört aber nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen.

Bei Nasennebenhöhlenentzündung ebenfalls sorgfältig abwägen

Ist gleichzeitig die Schleimhaut der Nasenhöhlen und der Nasennebenhöhlen entzündet (Rhinosinusitis), was sich typischerweise dadurch bemerkbar macht, dass die Kopfschmerzen beim Vorbeugen stärker werden, sollten Antibiotika ebenfalls nur in bestimmten Fällen zum Einsatz kommen. Denn auch bei einer Rhinosinusitis sind nur in drei von zehn Fällen Bakterien die Ursache. „Die Verordnung von Antibiotika bei Rhinosinusitis muss also sorgfältig abgewogen werden, zumal 60 bis 80 Prozent der Patienten auch ohne Behandlung nach zwei Wochen wieder beschwerdefrei sind“, sagt Dr. Hellmann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.11.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de): Antibiotika sind zur Behandlung einer Bronchitis meistens nicht erforderlich
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