Asthma im Winter

Einige Asthmatiker leiden im Winter unter besonders starken Beschwerden. So kommen Sie gut durch die kalte Jahreszeit.

Asthmapatientin mit Inhalierspray im Winter © iStock
(Düsseldorf – 14.12.2017) Winterliche Temperaturen und trockene Heizungsluft bereiten Menschen mit Asthma Probleme. Kälte und feuchtkalter Nebel verstärken die Symptome der chronischen Atemwegserkrankung und können bis zur Atemnot führen. Wie Asthmatiker möglichst unbeschwert durch die kalte Jahreszeit kommen.

Wie stark Asthmatiker im Winter leiden, hängt vom Auslöser ab

Der Auslöser des Asthmas bestimmt, wie stark Betroffene im Winter an Beschwerden leiden. Diejenigen, die empfindlich auf blühende Pflanzen reagieren, haben im Winter eine entspanntere Zeit. Liegt der Auslöser in Tierhaaren oder Hausstaubmilben, können sich die Beschwerden während der kalten Jahreszeit verschlimmern. „Die chronisch gereizten Bronchien von Asthmapatienten werden beim Wechsel zwischen trockenen, beheizten Räumen und frostiger Luft stärker strapaziert als bei milden Temperaturen“, erklärt Prof. Dr. Klaus Rabe von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Die Bronchien ziehen sich zusammen, sodass zu wenig Luft in die Atemwege gelangt. Bei einem Asthmaanfall verkrampft sich zudem die Atemmuskulatur – akute Atemnot kann die Folge sein.

Medikamente konsequent einnehmen

Wenn sich die Lungenfunktion im Winter verschlechtert, ist es möglich, nach Absprache mit dem Arzt die Medikamentendosis zeitweilig zu erhöhen. „Wichtig ist, dass die verschriebenen Mittel auch wirklich konsequent und nicht nur bei Bedarf eingenommen werden“, sagt Rabe. Dazu gehöre das Basismedikament – ein Aerosol, das die Bronchien erweitert – und ein entzündungshemmendes Inhalierspray. Damit die Therapie mit dem Inhaliergerät auch erfolgreich ist, rät der Experte zu einer Schulung: „Untersuchungen zeigen, dass zwei von drei Patienten ihren Inhalator falsch benutzen, was den Behandlungserfolg verringert.“

Bei Erkältungssymptomen zum Arzt gehen

Wer an Asthma oder einer anderen chronischen Lungenerkrankung leidet, sollte auch sein Immunsystem auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. Denn Erkältungen und Atemwegsinfekte treffen Asthmapatienten häufiger und schwerer als lungengesunde Menschen. Gegen Grippe oder Pneumokokken-Infektionen schützen regelmäßige Impfungen. Wenn Erkältungssymptome auftreten, sollten Betroffene frühzeitig zum  Arzt gehen: „Eine frühe Behandlung – zum Beispiel mit inhalierbarem Kortison – kann eventuell eine Exazerbation verhindern“, sagt Rabe. Unter Exazerbation versteht man eine deutliche Verschlimmerung der Symptome.

Fenster auf, ausreichend trinken, gesund ernähren

Auch wenn die Kälte nicht dazu einlädt, sollten Asthmapatienten ihre Zimmer regelmäßig lüften und ausreichend trinken. „Grundsätzlich sollten Menschen mit Asthma auf eine gesunde Ernährung achten, Alkohol nur in Maßen konsumieren und Zigarettenrauch meiden“, so der Experte. Auch moderate Bewegung im Freien kann helfen, die Lungenfunktion zu verbessern und die Reizschwelle für einen Asthmaanfall zu erhöhen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.12.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: Mit Asthma gut durch den Winter: Was Lungenärzte empfehlen
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