COPD: Chronisch enge Atemwege

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung – kurz COPD – gehört zu den häufigsten Todesursachen. Risikofaktor Nummer eins ist das Rauchen.

COPD-Patient beim Arzt © iStock
(Köln – 15.11.2017) Weltweit sterben aktuell mehr als drei Millionen Menschen pro Jahr an den Folgen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Auch in Deutschland zählt die COPD zu den häufigsten Todesursachen. Risikofaktor Nummer eins für die Entstehung einer COPD ist das Rauchen: Etwa neun von zehn COPD-Erkrankungen sind darauf zurückzuführen.

„Das Gefährliche an einer COPD ist, dass sie sich schleichend entwickelt und schlimmstenfalls tödlich endet. Im frühen Stadium ist die Erkrankung nicht leicht zu diagnostizieren. Oft wird sie als sogenannter Raucherhusten verharmlost, denn die ersten typischen Anzeichen einer COPD sind Husten, vermehrter Auswurf und auch Atemnot. Wird nicht schon im frühen Stadium die Diagnose COPD gestellt, kann die Erkrankung fortschreiten und zu einer weiteren Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit führen. Schließlich sind lebensbedrohliche Krankheitsschübe möglich“, sagt erklärt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), anlässlich des heutigen Welt-COPD-Tags.

COPD ist nicht heilbar

Bei den Erkrankten verengen sich die Atemwege, Lungengewebe wird zerstört. Vermehrt wird Schleim in den Bronchien produziert, Betroffene müssen stark husten und haben Auswurf.
Die Lunge erleidet einen Strukturverlust. Statt vieler kleiner Lungenbläschen gibt es größere Blasen. So geht die für den Gastaustausch notwendige Oberfläche verloren. Betroffene merken es zuerst bei Belastungen wie Treppensteigen oder Radfahren. „Unsere Lunge besitzt zwar große Reserven. Ihre Kapazität reicht von still sitzen bis zum Marathonlauf“, erklärt Prof. Hubert Wirtz, Leiter der Abteilung für Pneumologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). „Doch wenn durch die Krankheit überschüssige Kapazitäten verlorengehen, führt das schon bei leichten Tätigkeiten zu Luftknappheit.“ Das Problem: „Was an Struktur der Lunge verloren ist, ist weg. COPD ist nicht heilbar, sondern fortschreitend. Man kann nur versuchen, den Verlust zu bremsen“, so der Pneumologe.

Wichtig für COPD-Patienten: immer in Bewegung bleiben

Weil durch die Erkrankung die Elastizität der Lunge verlorengeht, sind die Atemwege verengt. So bleibt beim Ausatmen viel Luft im Brustkorb gefangen, zu wenig neue Luft kann eingeatmet werden. Bei Belastungen verschärft sich dieser Zustand noch. Medikamente können hier zumindest helfen, die Verkrampfungen zu lösen und für eine bessere Entleerung der Lunge zu sorgen. Ganz wichtig: COPD-Patienten müssen trotzdem immer in Bewegung bleiben: „Wer an COPD erkrankt ist, muss körperliche Belastungen auf jeden Fall beibehalten, sonst wird es immer schlimmer“, sagt Wirtz. Dies habe man in seiner Bedeutung so erst in den vergangenen Jahren erkannt. „Es bräuchte mehr Lungensportgruppen, auch als Reha-Maßnahme“, so der Experte. „Davon gibt es zu wenige in Deutschland, und sie sind zu wenig an die Bedürfnisse von COPD-Patienten angepasst.“

Ein weiterer entscheidender Punkt ist das Rauchen beziehungsweise Nichtrauchen: Da Rauchen den größte Risikofaktor für eine COPD darstellt, sind Nichtrauchen beziehungsweise ein Rauchstopp die wichtigsten Schritte zur Prävention und Behandlung einer COPD.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.11.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Welt-COPD-Tag am 15. November: Rauchen ist Risikofaktor Nummer eins – BZgA unterstützt beim Rauchstopp
  • Pressemitteilung des Universitätsklinikums Leipzig: Welt-COPD-Tag am 15. November: Rauchen Hauptursache für nicht heilbare chronische Lungenkrankheit
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