Nächtliches Asthma – wie es sich lindern lässt

Manche Asthmatiker leiden auch nachts unter Asthmabeschwerden. Was dahinterstecken kann und wie sie sich lindern lassen.

Frau im Bett © iStock
(Heidenheim – 16.10.2017) Wenn Asthmabeschwerden wie Brustenge, Atemnot, Husten oder Giemen nachts auftreten, stören sie den Schlaf, führen zu erhöhter Tagesmüdigkeit, beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen und auf Dauer auch ihre allgemeine Gesundheit. „Asthmatiker sollten ihrem Lungenarzt unbedingt mitteilen, wenn sie unter nächtlichen Asthmabeschwerden leiden, um die Ursache herauszufinden“, sagt Dr. Andreas Hellmann vom Bundesverband der Pneumologen (BdP).

„Grundsätzlich können Hustenanfälle in der Nacht auftreten, da die Weitstellung der Bronchien einem Tag-Nacht-Rhythmus unterworfen ist und sich während der Nacht verringert. Dieser Rhythmus tritt bei allen Menschen auf, bei Asthmatikern können sich die Beschwerden aber dadurch verstärken. Außerdem kann eine liegende Position während des Schlafens den Atemwiderstand erhöhen, weil sich Sekrete – zum Beispiel aus den Stirn- und Nasennebenhöhlen – in den Atemwegen ansammeln. Gleichzeitig fließt beim Liegen mehr Blut in die Lunge, sodass sich das Lungenvolumen verringert. Auch tiefere Temperaturen in der Nacht – wenn man beispielsweise bei offenem Fenster oder mit laufender Klimaanlage schläft – können durch den Kältereiz bei gleichzeitigem Feuchtigkeitsentzug zu verstärktem Hustenreiz führen“, so der Lungenfacharzt.

Mögliche Ursache können Sodbrennen oder bestimmte Allergene sein

Zunächst überprüft der Arzt, ob sein Patient medikamentös richtig eingestellt und die asthmatische Erkrankung unter guter Kontrolle ist. Ein spezielles Problem haben asthmatische Patienten, die unter Sodbrennen leiden. „Beim Übertritt von Magensaft in die Speiseröhre kann es zu einer reflexartigen Verkrampfung der Bronchien kommen und damit zu einer Verstärkung des Asthmas“, erklärt Dr. Hellmann. Diese Asthmaform aufgrund von GERD (gastroesophageal reflux disease) kann unter Umständen durch bestimmte Asthmamedikamente wie Theophyllin und andere adrenalinartige Arzneiwirkstoffe (sogenannte Beta-2-Sympathomimetika) noch verstärkt werden, da diese die Bewegungsvorgänge der Speiseröhre beeinflussen können.

„Außerdem ist bei manchen Patienten abzuklären, ob bestimmte Allergene das nächtliche Asthma triggern. Neben der allergischen Sofortreaktion kann auf Allergene nämlich auch eine zweite – um drei bis acht Stunden verzögerte – Reaktion auftreten, die mit einer vermehrten Entzündungsbereitschaft der Bronchialschleimhaut und längeren Verengung der Atemwege einhergeht“, so der Experte.

Nächtliches Asthma ist nicht heilbar, aber linderbar

Nächtliches Asthma lässt sich zwar nicht heilen, aber lindern. Dazu stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die entweder Entzündungsprozesse in den Atemwegen verringern oder die Bronchien erweitern und damit einer Verkrampfung der Bronchien entgegenwirken. Asthmapatienten mit GERD können auch Arzneistoffe helfen, die die Bildung von Magensäure verringern. „Betroffene sollten gemeinsam mit ihrem Lungenarzt einen Plan aufstellen, wie sich potenzielle Auslöser und Trigger und damit die nächtlichen Asthmabeschwerden vermeiden lassen“, sagt Dr. Hellmann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.10.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de): Was können Asthmatiker gegen Beschwerden in der Nacht tun?