Singen hilft bei COPD

Eine Studie zeigt: Singen kann Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zu mehr Atemluft und Lebensqualität verhelfen.

Ältere Frauen singen zusammen © iStock
(Heidenheim – 29.08.2017) Viele Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) leiden trotz Rauchstopp und Medikamenten unter Atemnot, die ihre Alltagsaktivitäten und Mobilität einschränkt – und dadurch soziale Isolation, Depressionen und Ängste verursachen kann. Durch aktives Singen – zum Beispiel in einer Gesangsgruppe – können Betroffene ihre Atemnot lindern und ihre Lebensqualität verbessern.

„Singen fördert zum einen das Erlernen einer besseren Atemtechnik, was hilft, die Atemnot der Patienten zu verringern hilft. Zum anderen fördert Singen den Umgang mit anderen Menschen, was dazu beitragen kann, mögliche Depressionen, Ängste und eine Vereinsamung der Patienten zu verhindern“, erklärt Dr. Andreas Hellmann vom Bundesverbands der Pneumologen (BdP). Diese Effekte, die bisher nur in einzelnen, kleineren Studien aufgezeigt wurden, sind jetzt in einer aktuellen Übersichtsstudie nachgewiesen worden, für die sechs verschiedene Untersuchungen zu den Effekten einer regelmäßigen Teilnahme an einer Gesangsgruppe auf die Lebensqualität von COPD-Patienten analysiert wurden.

Singen trainiert das Zwerchfell

Zwar kann Singen nicht direkt die Lungenfunktion und körperliche Belastbarkeit von COPD-Patienten verbessern. „Richtiges Singen zu erlernen, erfordert aber eine gute Kontrolle über die eigene Atmung und Körperhaltung. Dadurch lernen die Teilnehmer einer Gesangsgruppe, ihren Atem besser zu nutzen, wodurch sie auch ihre körperliche Fitness steigern können“, so der Experte. Beim Singen lernt man, tiefere Atemzüge zu nehmen, und trainiert dadurch die Atemmuskulatur – insbesondere das Zwerchfell. „Außerdem macht Singen Spaß, was ebenfalls die Lebensqualität steigert. So lässt sich das Atemtraining mit dem Angenehmen und Positiven verbinden. Insgesamt zeichnet sich in der aktuellen Überblicksstudie ab, dass Singen positive psychische, physische und soziale Effekte für COPD-Patienten hat und zudem frei von unerwünschten Nebenwirkungen ist“, sagt der Lungenfacharzt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.08.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de): Singen kann Patienten mit COPD zu mehr Atemluft und Lebensqualität verhelfen