Aussagekräftiger Händedruck

Die Stärke des Händedrucks eines Rauchers kann Auskunft darüber geben, wie hoch sein Risiko ist, dass sich seine Lungengesundheit verschlechtert.

Zwei Männer geben sich die Hand © iStock
(Heidenheim – 24.07.2017) Schwach oder kräftig – unser Händedruck sagt nicht nur etwas über unsere Persönlichkeit aus, sondern lässt auch Rückschlüsse auf unsere Gesundheit zu. Zum Beispiel gibt es einen Zusammenhang zwischen nachlassender Muskelkraft und dem Risiko, an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben. Wie jetzt US-Forscher vom American College of Chest Physicians in Los Angeles berichten, kann die Stärke des Händedrucks auch einen Hinweis darauf liefern, ob Raucher ein erhöhtes Risiko für eine Verschlechterung ihrer Lungengesundheit haben.

In der aktuellen Studie, an der Raucher mit oder ohne chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) teilnahmen, wurde untersucht, ob die Stärke ihres Händedrucks mit ihrer Körperzusammensetzung zusammenhängt. Dazu wurden Daten über das Ausmaß der Brustmuskulatur und des Unterhautfettgewebes der Studienteilnehmer erhoben. Zusätzlich wurde über einen Zeitraum von rund zweieinhalb Jahren das Auftreten von akuten Verschlechterungen der Beschwerden Atemnot, Husten und Auswurf bei den Studienteilnehmern dokumentiert.

Muskelanteil entscheidet über das Risiko für Exazerbationen

Das Ergebnis: Raucher mit schwachem Händedruck und einem geringen Muskelanteil – beziehungsweise einem hohen Fettanteil – im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht und ihrer Körpergröße haben ein erhöhtes Risiko für akute Verschlechterungen (Exazerbationen). „Ob dick oder dünn: Der Body-Mass-Index (BMI) allein ist für das Exazerbationsrisiko nicht ausschlaggebend. Was vielmehr auch eine Rolle spielt, ist die Körperzusammensetzung – also wie viel Muskel- und wie viel Fettgewebe zum BMI beitragen“, erklärt Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) und praktizierender Lungenfacharzt. Die Forscher konnten zum Beispiel ermitteln, um welchen Faktor die Stärke des Händedrucks in Abhängigkeit von der Fläche des Brustmuskels steigt und um welchen Faktor der Händedruck in Abhängigkeit von der Fläche des Unterhautfettgewebes sinkt.

Mit Tabakentwöhnung und Sport die Prognose verbessern

Um den Schweregrad einer COPD zu bestimmen und damit dem Patienten eine genauere Prognose geben zu können, wird grundsätzlich eine Lungenfunktionsuntersuchung durchgeführt, die Aufschluss über mögliche Störungen der Lungenbelüftung (Ventilationsstörungen) liefert. Bei obstruktiven Ventilationsstörungen wie der COPD sind die Atemwege verengt, die Atmung ist erschwert – besonders beim Ausatmen muss gegen einen erhöhten Widerstand geatmet werden.

„Die US-Studie zeigt, dass sich die Prognose von Rauchern präzisieren lässt, wenn zusätzlich einfache physische Merkmale beachtet werden – wie zum Beispiel die verfügbare Muskelkraft, die sich häufig in der Stärke des Händedrucks widerspiegelt und die körperliche Fitness und den generellen Gesundheitszustand eines Patienten anzeigen kann. Raucher mit schwachem Händedruck und wenig Muskelkraft sollten sich vorsehen und – insbesondere wenn sie bereits eine COPD haben – etwas für ihre Fitness tun. Neben der Tabakentwöhnung sind Lungensport, Ausdauer- und Krafttraining wirksame Mittel, um einem fortschreitenden Muskelschwund und Lungenfunktionsverlust effektiv entgegenzuwirken“, so Dr. Hellmann. Mit einer COPD-Erkrankung verringert sich die Lebenserwartung um durchschnittlich fünf bis sieben Jahre – diese Prognose lässt sich aber mit einer optimalen Therapie und konsequentem Selbstmanagement verbessern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.07.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de): Stärke des Händedrucks kann Grad der Lungenerkrankung anzeigen
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