Genetisches Risiko für COPD

Nicht nur das Rauchen, auch die Gene können das Risiko erhöhen, an der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu erkranken.

Mann mit COPD wird vom Arzt untersucht © iStock
(Langenhagen – 20.03.2017) Rauchen ist der größte Risikofaktor für die Entwicklung einer chronisch-obstruktive Lungenerkrankung – doch auch die Gene spielen eine Rolle. Wer zum Beispiel ein Elternteil mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung – kurz COPD – hat, erkrankt selber 1,6-mal häufiger an dieser Lungenkrankheit. Andererseits können Menschen mit erhöhter COPD-Gefährdung ihr Risiko um die Hälfte senken, wenn sie möglichst früh mit dem Rauchen aufhören. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung hin.

„Wenn ein Elternteil an COPD erkrankt ist oder war, ist das Risiko, selber an COPD zu erkranken, um 57 Prozent höher ist als bei Menschen ohne COPD in der nächsten Verwandtschaft. Das hat eine aktuelle Studie ergeben“, erklärt Prof. Dr. Stefan Andreas von der Deutschen Lungenstiftung.

Wer früh auf das Rauchen verzichtet, kann sein Risiko halbieren

Aktives Rauchen erhöht das Risiko für COPD zusätzlich – und zwar ganz erheblich. „72 von 100 Menschen mit einem genetisch erhöhten Erkrankungsrisiko, also rund zwei Drittel, entwickeln eine COPD, wenn sie rauchen“, so der Pneumologe. „Diese können ihr erhöhtes COPD-Risiko aber um 50 Prozent senken, wenn sie das Rauchen so früh wie möglich aufgeben – am besten noch im frühen Erwachsenenalter. Wer das schafft, kann in fünf von zehn Fällen trotz eines genetisch erhöhten Risikos eine COPD-Erkrankung vermeiden.“

Spezielle Tabakentwöhnungsprogramme

Zur Tabakentwöhnung stehen spezielle Programme zur Verfügung, durch die sich eine langfristige Abstinenz mit größerem Erfolg erreichen lässt, als wenn man es auf eigene Faust versucht. „Tabakentwöhnungsprogramme können sowohl im ambulanten und stationären Bereich als auch anlässlich einer Rehabilitation durchgeführt werden. Die Programme kombinieren psychologische, ärztliche und medikamentöse Maßnahmen und werden in der Regel in mehreren Gruppensitzungen durchgeführt und von einem speziell ausgebildeten Experten geleitet“, sagt Prof. Andreas. Interessierte können sich zur Teilnahme an einem Tabakentwöhnungsprogramm an ihren Haus- oder Lungenarzt wenden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.03.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Lungenstiftung (www.lungenaerzte-im-netz.de): Auch die Gene können das Risiko erhöhen, an COPD zu erkranken
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