Asthma und Halsschmerzen

Wer unter Asthma leidet und Halsschmerzen hat, sollte bei der Selbstmedikation vorsichtig sein. Denn: Bestimmte Mittel können Asthmaanfälle auslösen.

Frau hat Halsschmerzen © iStock
(Heidenheim – 24.01.2017) Halsschmerzen kündigen oft eine Erkältung an und gehen mit einer Entzündung der Rachenschleimhaut einher, die sich mit Rötung, Schwellung und Schluckbeschwerden äußert. Wenn sich die Beschwerden nicht von selbst verringern oder sogar verschlechtern, gehen viele Betroffene in die Apotheke, um sich ein Mittel gegen Halsschmerzen zu besorgen. Gerade Patienten mit Asthma sollten bei der Selbstmedikation gegen Halsschmerzen aber vorsichtig sein: Denn Lutschtabletten oder Halssprays, die den Wirkstoff Flurbiprofen enthalten, sind für Asthmatiker nicht geeignet – sie können bei empfindlichen Patienten einen Asthmaanfall auslösen. Davor warnen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP).

„Der Wirkstoff Flurbiprofen ist entzündungshemmend und schmerzlindernd. Pharmakologisch gehört er zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), die das Enzym Cyclooygenase hemmen und somit die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe – sogenannter Prostaglandine – unterbinden. So lassen sich Entzündungsprozesse eindämmen, die Halsschmerzen werden gelindert“, erklärt Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP. „Ein Problem bei der Einnahme von Flurbiprofen ist aber, dass auch mehr Leukotriene gebildet werden, die – wenn sie in großen Mengen vorliegen – zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen können, ähnlich wie bei einer allergischen Reaktion auf Pollen, Staub, Tierhaare oder andere Allergene. Daher kann Flurbiprofen bei Patienten mit allergischem Asthma ein plötzliches Zusammenziehen der Bronchialmuskulatur bewirken, also einen Asthmaanfall mit starker Atemwegsverengung und akuter Luftnot auslösen.“

Pflanzliche Mittel und Hausmittel gegen Halsschmerzen

Asthmatiker sollten bei Halsschmerzen Präparate aus der Gruppe der NSAR generell besser meiden. „Das gilt insbesondere dann, wenn die Patienten bereits schlechte Erfahrungen nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) oder einem anderen NSAR gemacht und dann typische Symptome erlitten haben – zum Beispiel erschwertes Ein- oder Ausatmen, eine gereizte Nase oder einen juckenden Ausschlag“, so der Experte. Auch das nicht zu den NSAR gehörende Schmerzmittel Paracetamol ist für Asthmatiker keine Alternative, da es nur einen schwach ausgeprägten entzündungshemmenden Effekt hat und sich insofern nicht zur Behandlung von entzündlich bedingten Halsschmerzen eignet.

Grundsätzlich sollten Asthmatiker mit Halsschmerzen ein Spray gegenüber Lutschtabletten bevorzugen, da dieses unverdünnt und direkt an Ort und Stelle aufgetragen werden kann – und somit eine viel stärkere Wirkung als Lutschtabletten entfaltet. Auch rezeptfreie pflanzliche Mittel aus Arnika, Isländisch Moos, Kamillenblüten, Kapland-Pelargonie, Lindenblüten, Salbeiblättern oder Thymian in Form von Tees, Gurgellösungen, Tropfen, Saft und Pastillen können die Genesung unterstützen.

Ebenfalls als lindernd und wohltuend werden Hausmittel empfunden – zum Beispiel das Gurgeln mit Salzwasser, Lutschen von Eiswürfeln und Halswickel. „Zusätzlich ist es wichtig, den Hals warm zu halten – dazu sind heiße Halswickel besonders gut geeignet. Außerdem: viel trinken, nicht rauchen, Heizungsluft womöglich meiden und stattdessen an die frische Luft gehen, um die Schleimhäute feucht zu halten“, sagt der Pneumologe.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.01.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de): Mit Asthma vorsichtig bei der Selbstmedikation gegen Halsschmerzen sein
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