Feinstaub nicht einatmen

Silvesterfeuerwerke erzeugen nicht nur schöne Farben am Himmel, sondern auch Feinstaub. Vor allem Asthma- und COPD-Patienten sollten diesen meiden.

Feuerwerk © iStock
(Heidenheim – 30.12.2016) Feuerwerke an Silvester sind beliebt. Allerdings kann der dabei entstehende Rauch und Feinstaub für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale oder der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ein Gesundheitsrisiko darstellen. Darauf machen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) aufmerksam.

Um mit den Silvesterraketen verschiedene Farbeffekte zu erzielen, werden dem Schwarzpulver unterschiedliche Metallverbindungen zugesetzt – zum Beispiel Blei oder Arsen für die Farbe Blau oder Strontiumsalze für die Farbe Rot. „Insofern kann die Luft nach größeren Feuerwerken Feinstaubpartikel mit bis zu dreißig giftigen Metallverbindungen enthalten, die aufgrund ihres geringen Durchmessers von wenigen Mikrometern tief in die Lunge vordringen und dort Entzündungsreaktionen hervorrufen können“, erklärt Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP.  

„Das stellt für Lungenkranke eine echte Herausforderung mit gesundheitlicher Gefährdung dar – vor allem für COPD-Patienten, die sowieso schon unter Atembeschwerden wie Atemnot, Husten und Auswurf leiden und infolgedessen möglicherweise einen Verschlechterungsschub (eine sogenannte Exazerbation) erleiden. Und Asthmatiker reagieren aufgrund ihrer überempfindlichen Atemwege auf solche Reizstoffe eventuell mit einem bedrohlichen Asthmaanfall.“

Das Einatmen von Feinstaub vermeiden

Während und nach der Silvesternacht ist – gerade in Großstädten wie Berlin und Hamburg – davon auszugehen, dass die Luft stark mit inhalativen Schadstoffen belastet ist. Um möglichst wenig Feinstaub aus abgeschossenen Feuerwerksraketen einzuatmen, sollten Patienten mit einer chronischen Lungenerkrankung darauf achten, dass sie sich nicht direkt in die Windrichtung des Rauchs stellen. „Noch empfehlenswerter ist es sicherlich, das Feuerwerk an Silvester mit einem gewissen Sicherheitsabstand oder vom geschlossenen Fenster aus zu beobachten, um mit überempfindlichen Atemwegen beziehungsweise vorgeschädigter Lunge möglichst kein Risiko einzugehen“, rät der Experte.

Mit dem Neujahrsspaziergang warten, bis der Rauch sich verzogen hat

Auch einen Spaziergang im neuen Jahr sollten Betroffene besser auf eine Zeit verschieben, wenn sich der Rauch gänzlich verzogen hat und die Luft wieder sauber ist. „Die Schadstoffbelastung dürfte nämlich auch einige Tage nach dem Feuerwerk noch deutlich erhöht bleiben, weil sich manche der Metallteilchen mit Straßenstaubteilchen verbinden und dann vergleichsweise länger am Ort verbleiben – vor allem bei einer sogenannten Inversionswetterlage oder Windstille“, so Dr. Hellmann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.12.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Pneumologen (www.lungenaerzte-im-netz.de): Vor Feinstaubbelastung durch Silvester-Feuerwerk in Acht nehmen
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung