Asthma und COPD zugleich

Kann man gleichzeitig an Asthma und COPD leiden? Ja, man kann. Was hinter dem sogenannten Asthma-COPD-Überlappungssyndrom (ACOS) steckt.

Frau mit Asthmaspray © Thinkstock
(Langenhagen – 24.08.2016) Weltweit sind über 500 Millionen Menschen an den chronischen Lungenerkrankungen Asthma oder COPD erkrankt. Es ist jedoch auch möglich, an beiden Erkrankungen gleichzeitig zu leiden – das wird dann als Asthma-COPD-Überlappungssyndrom (ACOS) bezeichnet. „Betroffene leiden unter ganz ähnlichen Symptomen wie COPD-Patienten und Asthmatiker, also Atemnot, Husten und Auswurf wie bei COPD und einer bronchialen Überempfindlichkeit wie bei Asthma. Ihre Atemwegsverengung ist aber – anders als bei Asthmatikern – mit Medikamenten nicht vollständig umkehrbar und liegt somit dauerhaft vor“, erklärt Prof. Dr. T.O.F. Wagner von der Deutschen Lungenstiftung. Man spricht deshalb auch von einer fixierten Atemwegsverengung.

Der Verlauf der Erkrankung ist meist schwerer als bei Asthma oder COPD allein, sodass die Beschwerden schlimmer ausfallen und die Patienten mehr Medikamente benötigen. Studien zufolge erleiden ACOS-Patienten im Vergleich zu Asthmatikern oder COPD-Patienten häufiger Verschlechterungen (Exazerbationen), müssen öfter im Krankenhaus behandelt werden, fühlen sich insgesamt schlechter und weisen eine größere Mortalität auf.

Risikofaktor Asthma plus Rauchen

„Ein klassisches Beispiel für Patienten mit ACOS sind Asthmatiker, die bereits als Jugendliche an Asthma erkrankten und dann mit dem Rauchen angefangen haben. Denn aus Asthma plus Rauchen kann sich im Lauf der Zeit eine Mischform der Erkrankungen Asthma und COPD entwickeln. Aber auch Allergien im Kindesalter wie Heuschnupfen oder allergischer Schnupfen können sich später durch den Faktor Rauchen oder eine berufliche Exposition mit Schadstoffen zu ACOS auswirken“, so der Pneumologe.

Untersuchung beim Lungenarzt

Betroffene sollten sich am besten von einem Lungenfacharzt untersuchen lassen, der eine ausführliche Diagnostik mit eingehender Lungenfunktionsuntersuchung vornehmen kann. Aufschlussreich ist außerdem eine Untersuchung des Auswurfs (Sputumdiagnostik) auf das Vorkommen spezieller weißer Blutkörperchen (Eosinophile wie bei Asthma und Neutrophile wie bei COPD), die eine wichtige Rolle bei Entzündungen spielen. Behandelt wird ACOS wie Asthma zunächst mit einem entzündungshemmenden, inhalierbaren Steroid. Falls erforderlich, kann zur weiteren Linderung der Symptome und je nach Art der Beschwerden zusätzlich ein langwirksames bronchienerweiterndes Medikament – ein sogenanntes Betamimetikum gegen Asthmabeschwerden – eingesetzt werden. Hinzukommen kann ein bronchienerweiterndes Anticholinergikum gegen die COPD-Beschwerden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.08.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Lungenstiftung: Kann man gleichzeitig Asthma und COPD haben?
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