Rohmilch schützt vor Asthma

Kinder, die Rohmilch trinken, bekommen seltener Asthma. Woran das liegt, haben jetzt Forscher der Universität München herausgefunden.

Mädchen trinkt Milch © Thinkstock
(München – 27.01.2016) Kinder, die Rohmilch trinken, entwickeln seltener Asthma als Kinder, die industriell verarbeitete Milch trinken. Dieser Effekt wurde bereits in mehreren Studien nachgewiesen und jetzt auch von Forschern der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) im Rahmen der Pasture-Studie bestätigt. Wie die Wissenschaftler zugleich zeigen, liegt das unter anderem am unterschiedlichen Gehalt von Omega-3-Fettsäuren in der Milch. Dennoch empfehlen sie den Verzehr von Rohmilch nicht, da diese krankmachende Mikroorganismen enthalten kann. Über ihre Ergebnisse berichten sie aktuell in der Fachzeitschrift „Journal of Allergy and Clinical Immunology“.

Höherer Fettgehalt und höherer Gehalt an Omega-3-Fettsäuren

Im Rahmen der Langzeitstudie PASTURE hielten rund 1.000 Mütter die Ernährung und die Gesundheit ihres Kindes bis zum sechsten Lebensjahr regelmäßig fest. Das Risiko, mit sechs Jahren an Asthma zu erkranken, war bei jenen Kindern geringer, die ab der frühen Kindheit regelmäßig unverarbeitete Milch vom Bauernhof tranken. „Dieser Effekt lässt sich teilweise mit dem höheren Fettanteil und einem höheren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren der Bauernhofmilch erklären“, sagt Tabea Brick aus der Arbeitsgruppe von Erika von Mutius, Professorin für Pädiatrische Allergologie an der LMU und Leiterin der Asthma- und Allergieambulanz am Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU. Die Ergebnisse sind der Studie zufolge unabhängig von anderen möglichen Einflussfaktoren.  

Omega 3-Fettsäuren sind für den Menschen lebensnotwendig. Sie können vom Körper nicht selbst produziert und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Ihnen werden verschiedene positive Wirkungen zugeschrieben. „Man geht zum Beispiel davon aus, dass sie im Körper zu entzündungshemmenden Stoffen umgewandelt werden “, so Brick.

Forscher fordern schonendere Verfahren

Die Allergologen untersuchten in Zusammenarbeit mit Forschern an der Universität Marburg verschiedene Arten von Milch: unverarbeitete und erhitzte Rohmilch sowie industriell verarbeitete Vollmilch beziehungsweise fettreduzierte Milch. Je stärker die Milch verarbeitet war, desto geringer war der Gehalt an Omega-3- Fettsäuren. Der Gehalt an Omega-6-Fettsäuren, bei deren Abbau im Körper überwiegend entzündungsfördernde Derivate entstehen, veränderte sich jedoch kaum.  

Bei der industriellen Verarbeitung von Milch wird diese erhitzt – beim Pasteurisieren auf Temperaturen zwischen 72 und 75 Grad Celsius. Zudem wird die Milch homogenisiert, damit sie nicht aufrahmt. Die Forscher plädieren für die Entwicklung neuer schonender Verfahren in der industriellen Milchverarbeitung, sodass die Milch ihre schützenden Inhaltsstoffe bewahrt, aber zugleich gesundheitlich unbedenklich ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.01.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München: Allergien und Asthma – warum Rohmilch schützt
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