Wie eine Kur am Meer

Liegestuhl, 22 Grad Celsius, feiner Salznebel: In künstlichen Salzgrotten können Besucher Aerosole einatmen, ihre Lunge reinigen – und dabei entspannen.

Meeresgischt © Thinkstock
(Bad Elster – 03.12.2012) In dieser ungemütlichen Jahreszeit liegt der nächste Tag am Meer für die meisten in weiter Ferne. Dabei könnte gerade jetzt in der Erkältungszeit die salzhaltige Luft wahre Wunder bewirken. Doch man muss nicht bis zum nächsten Strandurlaub warten, um sie einatmen zu können.

Künstliche Salzgrotten: im Liegestuhl bei 22 Grad entspannen

In vielen Städten gibt es mittlerweile künstliche Salzgrotten, also Räume mit Salz an den Wänden und auf dem Boden. Sanftes Licht, leise Musik, bequeme Liegestühle, gemütliche Decken und eine angenehme Raumtemperatur um die 22 Grad Celsius sorgen für einen Wohlfühl-Effekt.

Einfach Schuhe ausziehen, loslassen und tief atmen

In vielen Salzgrotten braucht man keine Handtücher oder Bademäntel – einfach die Schuhe abstreifen, sich hinlegen, abschalten und die mit Mineralien wie Jod, Magnesium, Calcium und Kalium angereicherte Luft einatmen. Wer sich lieber mit Handtuch und im Bademantel entspannt, kann auch in eine der vielen Saunalandschaften gehen, die heute auch schon oft eigene Salzräume anbieten.

Klima wie im Salzstollen

Die Gestaltung der Räume soll an Salzstollen erinnern, auch wenn das eher innenarchitektonische Spielerei sei, sagt Prof. Karl-Ludwig Resch vom Deutschen Institut für Gesundheitsforschung in Bad Elster. Die hübsche Umgebung kann zwar für Geborgenheit sorgen, weil unterschiedliche Reize auch über Licht, Klang und Raumklima die entspannende Gesamtwirkung verstärken. Entscheidend für den Tag-am-Meer-Effekt ist jedoch etwas anderes: die mit Mineralien und Spurenelementen angereicherte Luft.

Aerosole regen die Durchblutung der Lunge an

Mit einem Kompressor oder mit Ultraschall, also einer Art Salzgenerator, wird Salzwasser zu sogenannten Aerosolen zerstäubt. „Aerosole sind die winzigen Tröpfchen, die zum Beispiel in der Gischt entstehen“, erklärt Resch. „Und je kleiner sie sind, desto weiter können sie in die Lunge vordringen.“ In der Lunge entfalten sie dann ihre reinigende Wirkung und regen die Durchblutung der Lungenschleimhaut an. Durch den verdünnten Schleim können Schadstoffe und Krankheitserreger besser abtransportiert werden.

Wie ein kleiner Kuraufenthalt am Meer

Dieser feine Salznebel, die Aerosole, lasse eine hochwirksame Seebrise entstehen, direkt wie am Nordseestrand, sagt Resch. Damit lassen sich die Symptome von Atemwegserkrankungen wie Asthma und Bronchitis unmittelbar positiv beeinflussen und bei wiederholter Anwendung sogar nachhaltig verbessern. Auch erkälteten Menschen und Rauchern tut ein Besuch in der Salzgrotte gut.

Doch nicht nur das: Bronchitis, allergischer Schnupfen, Hauterkrankungen, Schlafstörungen, Depressionen oder Rheuma sind nur einige der vielen Beschwerden und Krankheiten, die durch salzhaltige Luft gelindert werden können. Ein Besuch in der Salzgrotte ist also wie ein kleiner Kuraufenthalt am Meer für zwischendurch. „Für eine optimale Wirkung sollte man seinem Körper die Zeit geben, diese Reize und Impulse aus der Salzgrotte nachwirken zu lassen“, rät der Experte. „Also: Bloß nicht sofort zum nächsten Termin hetzen.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.12.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
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