Gesunder Glimmstängel?

Weniger gesundheitsschädlich, Hilfe beim Rauchstopp: Viele Raucher setzen große Hoffnungen in sogenannte E-Zigaretten – zu große Hoffnungen.

(München – 20.12.2011) Gesünder rauchen, weniger Giftstoffe, Wasserdampf statt Rauch: Irrtümer über sogenannte elektrische Zigaretten (E-Zigaretten) gibt es leider viele. Doch offenbar sind diese neuartigen Glimmstängel weit weniger harmlos als viele Verbraucher vermuten. „Die benutzten Kartuschen enthalten häufig neben dem Suchtstoff Nikotin auch andere gesundheitsschädigende Substanzen“, warnt Elisabeth Pott, die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

So besteht der über E-Zigaretten eingeatmete Dampf bis zu 90 Prozent aus der Substanz Propylenglykol. Dieser Stoff kann kurzfristig zu einer akuten Reizung der Atemwege führen. Bislang unbekannt sind die Folgen, wenn der Stoff regelmäßig inhaliert wird.

Auch giftige krebserregende Substanzen wie Nitrosamine sind laut BZgA in einigen Kartuschen nachgewiesen worden. Die Bundeszentrale bezieht sich dabei auf Untersuchungsergebnisse der US-amerikanischen Kontrollbehörde Food and Drug Administration.

Nichts zum Abgewöhnen

Die Hoffnung mancher Raucher, dank der E-Zigarette zum Nichtraucher zu werden, ist laut BZgA-Direktorin Pott ein Irrglaube: „Für einen auf Dauer erfolgreichen Rauchstopp ist eine Verhaltensänderung nötig, die mit dem Konsum von E-Zigaretten aber nicht erreicht wird.“

E-Zigaretten bestehen aus einem Gehäuse, einer Batterie, einem elektrischen Vernebler und einer auswechselbaren Kartusche, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Wenn der Raucher am Mundstück zieht, wird die Flüssigkeit verdampft und inhaliert. Nach Angaben der BZgA werden die Inhaltsstoffe bislang nur unzureichend deklariert.
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