Coronavirus: So schützen sich ältere Menschen

Die Coronavirus-Welle rollt durch Deutschland. Senioren und Hochbetagte sind besonders gefährdet, wenn es um Infektionen, insbesondere auch akute Atemwegsinfekte, geht. Zehn Tipps, wie sich ältere Menschen im Alltag vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 und der Erkrankung COVID-19 schützen können.

Coronavirus Sars-CoV-2: Warum sind ältere Menschen besonders gefährdet?

Mit dem Menschen altert auch sein Immunsystem. Die Infektabwehr funktioniert langsamer und schwächer als die bei jüngeren Menschen. Grundsätzlich sind Senioren also anfälliger für Infektionen, insbesondere auch akute Atemwegsinfekte, wie häufig bei einer regulären Influenza-Grippe und jetzt beim Coronavirus (Sars-CoV-2) zu beobachten. „Zudem liegen bei Hochbetagten häufig viele Vor- und chronische Begleiterkrankungen vor“, sagt Professor Hans Jürgen Heppner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sowie Chefarzt der Klinik für Geriatrie am HELIOS Klinikum Schwelm und Inhaber des Lehrstuhls für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke.

„Treffen höheres Alter und chronische Erkrankungen zusammen oder sogar mehrere chronische Erkrankungen (Multimorbidität), erhöht sich das Infektions- und Sterberisiko.“ Das erleben Geriater jedes Jahr im Laufe der Grippesaison: In den vergangenen Jahren betrafen etwa 90 Prozent der Todesfälle aufgrund von Influenza die Altersgruppe 60+. Entsprechend ziehen Altersmediziner mit Blick auf den Coronavirus gleiche Schlüsse: Die Gruppe der Senioren und geriatrischen Patienten hat das höchste Risiko, schwer zu erkranken oder auch an dem Virus zu versterben.

COVID-19: Wir müssen die Senioren schützen

„Jenseits des Rentenalters müssen wir die Bevölkerung wirklich schützen“, sagt Prof. Heppner. Auch Familienarrangements sollten derzeit überdacht werden. „Die nächsten Monate sind die Großeltern nicht der Ersatz für die KiTa oder Ganztagsschule, so schmerzlich das ist. Aber vielmehr sollten Kinder und Enkel, wenn möglich, für die Großeltern einkaufen gehen, damit diese nicht in den Supermarkt müssen und sich einer Ansteckungsgefahr aussetzen.“

Die zehn wichtigsten Tipps für den Alltag zum Schutz vor dem Coronavirus

  • Tipp 1: Häufig Händewaschen mit Wasser und Seife für zirka 20 Sekunden (desinfizierende Zusätze sind in der Regel nicht notwendig)
  • Tipp 2: Nach dem Waschen die Hände gründlich abtrocknen (Handtuch dabei täglich wechseln)
  • Tipp 3: Auf Händeschütteln oder auch engen Körperkontakt wie Umarmungen zur Begrüßung verzichten
  • Tipp 4: Abstand halten zu allen Menschen
  • Tipp 5: Einwegtaschentücher benutzen
  • Tipp 6: Nach dem Husten, Niesen und Naseputzen wieder die Hände waschen
  • Tipp 7: Große Menschenansammlungen und engen körperlichen Kontakt meiden
  • Tipp 8: Gruppenreisen absagen
  • Tipp 9: Immunsystem stärken
  • Tipp 10: Pneumokokken-Impfung nachholen, wenn noch nicht erfolgt

COVID-19: Pneumokokken-Impfung für ältere Menschen dringend empfohlen

Die Deutschen Gesellschaft für Geriatrie appelliert an alle Senioren, eine Pneumokokken-Impfung  nachzuholen beziehungsweise sich impfen zu lassen: „Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt und komplettieren Sie Ihren Impfschutz gegen die saisonale Grippe und Pneumokokken, wie von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen", sagt Dr. Anja Kwetkat, Direktorin der Klinik für Geriatrie am Universitätsklinikum Jena und Sprecherin der AG-Impfen innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie. „Eine Pneumokokken-Impfung ist extrem wichtig, da bei geimpften Patienten eine Lungenentzündung mit deutlich milderen Symptomen verläuft als bei nicht-geimpften Patienten.“ Denn: Ähnlich wie bei der Influenza, ist auch beim Coronavirus gar nicht das Virus an sich, sondern die sich daraus entwickelnde Lungenentzündung fatal. So stellt die Pneumokokken-Impfung in jeglicher Hinsicht eine gute Prophylaxe dar.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.03.2020
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DDG) vom 13.03.2020: Corona-Virus: So können sich ältere Menschen schützen oder „Kein Küsschen für Oma“