Virtuell betreutes Wohnen

Länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben. Dieser Wunsch könnte mithilfe neuer Technologien Realität werden. Ein Modellprojekt in Berlin ist derzeit im Test.

(Berlin – 20.05.2020) So lange wie möglich selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben und wenn doch etwas passiert, sich in professionellen Händen zu wissen? Ein interdisziplinäres Projektteam hat dafür das Projekt „Virtuell betreutes Wohnen" ins Leben gerufen.

Das Projekt „Virtuell betreutes Wohnen“

Das Innovationsfondsprojekt „Virtuell betreutes Wohnen" stellt in einer Kombination aus technischer Betreuung und persönlicher Fürsorge eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung für ältere Menschen in den eigenen vier Wänden sicher. Mit dem Projekt, das im Ostteil Berlins umgesetzt wird, soll nun erforscht werden, ob diese Form von Wohnen im Alter dazu beitragen kann, Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern.

„Aktuell ist das Thema Pflegenotstand in aller Munde und das Projekt ,Virtuell betreutes Wohnen' kann dazu beitragen, Pflegepersonal dort einzusetzen, wo es tatsächlich gebraucht wird. Das ist gute Digitalisierung und wir sind wir stolz darauf, in diesem Projekt mitwirken zu können", sagt Andrea Galle, Vorständin der BKK VBU, die bei dem Projekt die Konsortialführung übernommen hat.

Altersgerechte Assistenzsysteme

Innovative Technologien wie AAL-Sensoren (Ambient Assisted Living = Altersgerechte Assistenzsysteme) registrieren kritische Veränderungen im alltäglichen Bewegungsmuster der Senioren, die als Warnzeichen an geschulte Quartiersassistenten weitergegeben werden. Im persönlichen Kontakt können so frühzeitig präventive Maßnahmen ergriffen und bedarfsgerecht ärztliche und pflegerische Leistungen koordiniert werden. Ergänzend werden die Haushalte der teilnehmenden Senioren über ein Hausnotrufsystem mit automatischer Sturzerkennung ausgestattet. Im Gegensatz zu bereits eingesetzten Technologien lassen sich alle technischen Komponenten des Projekts „Virtuell betreutes Wohnen" unkompliziert und ohne bauliche Maßnahmen in den eigenen Wohnungen der Senioren anbringen.

Verlaufen das Modellprojekt und die wissenschaftliche Evaluation erfolgreich, könnte „Virtuell betreutes Wohnen" künftig als Leistung aller gesetzlichen Krankenkassen dazu beitragen, Pflegende zu entlasten, Notfälle zu reduzieren und die eigene Häuslichkeit von Senioren länger aufrechtzuerhalten.

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Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.05.2020
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der BKK VBU vom 12.02.2020: Virtuell betreutes Wohnen. Länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben!
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