Privat Pflegende – wer pflegt wen?

Wer pflegt wen, in welchem Alter, wo und wie? Eine neue Studie liefert Antworten und wichtige Daten und Fakten rund um die häusliche Pflege.

Frau mit behindertem Mann. © iStock
(Berlin – 08.07.2019) Deutsche leben lang – in der Regel. Das ist schön, führt aber häufig dazu, dass immer mehr Menschen Pflege oder zumindest Unterstützung im Alltag benötigen. Diese Hilfe wird zu einem sehr großen Teil von Angehörigen und dem privaten Umfeld erbracht.

Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Altersfragen haben ein Fragemodul für die Innovations-Stichprobe des Sozio-oekonomischen Panels – eine repräsentative Wiederholungsbefragung von Privathaushalten in Deutschland – entwickelt und die Ergebnisse nun vorgelegt: Daraus ergibt sich ein genaueres Bild der privat Pflegenden.

Wer wen pflegt

Fast jede zehnte Person ab 17 Jahren unterstützt oder pflegt jemanden. Besonders viele sind es zwischen 55 und 64 Jahren – 13 Prozent. Wer gepflegt wird, ist in den verschiedenen Altersgruppen unterschiedlich. Im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter werden vor allem die Eltern oder Schwiegereltern unterstützt und gepflegt, ab 65 Jahren ist es häufiger der Partner.

Wo gepflegt wird

Auch über den Ort, an dem die Unterstützung erfolgt, lassen sich jetzt genauere Angaben machen: Die 17- bis 64-Jährigen helfen oder pflegen am häufigsten eine Person, die in einem anderen Haushalt lebt. Dagegen helfen oder pflegen Personen im höheren Alter in beinahe der Hälfte der Fälle ein Haushaltsmitglied.

Welche Altersklassen pflegen am meisten?

Pflegende ab 65 verbringen am meisten Zeit für Hilfe und Pflege, dicht gefolgt von der Altersgruppe 40 bis 54 Jahre. Personen, die in einer betreuten Einrichtung, einer Altersresidenz oder einem Pflegeheim leben, werden am häufigsten von den 55- bis 64- Jährigen gepflegt.

Unterstützung aus dem privaten Umfeld ist wichtig

Die Analysen unterstreichen, dass auch Menschen, die in einer Pflegeeinrichtung leben, weiterhin auf Unterstützung aus ihrem privaten Umfeld angewiesen sind. Pflegetätigkeiten und Hilfeleistungen werden nicht unbedingt nur im engeren Familienkreis – für Eltern, Schwiegereltern, Partner oder eigene Kinder – übernommen, sondern in vielen Fällen auch für andere verwandte und nicht-verwandte Personen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.07.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung des Deutschen Zentrum für Altersfragen vom 26. April 2019: Wer pflegt wen, in welchem Alter, wo und wie? Eine neue Studie liefert Antworten
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