Hygiene in der häuslichen Pflege

Wer zuhause einen Angehörigen pflegt, achtet in der Regel auf gute Sauberkeit und Hygiene. Doch gibt es potenzielle Infektionsquellen, die im Alltagsstress leicht übersehen werden. Was für Gesunde kein Problem ist, kann alten und chronisch kranken Menschen gefährlich werden – vor allem, wenn es sich um eine Infektion mit antibiotikaresistenten Keimen handelt.

Frau pflegt alte Dame © iStock
(Bonn – 04.04.2018) Etwa 80 Prozent der Infektionserkrankungen werden durch direkten Kontakt über die Hände übertragen. Die wichtigste Hygieneregel heißt daher: häufiges und richtiges Händewaschen. Das gilt für Angehörige ebenso wie für Besucher und ambulante Pflegedienste, die ins Haus kommen. Um Tröpfcheninfektionen zu vermeiden, sollten sich Personen im Fall einer Erkältung von immungeschwächten Menschen möglichst fernhalten oder einen Mundschutz tragen. Türklinken, Handläufe, Telefonhörer, Fernbedienungen, Lichtschalter, Kaffeekannen, Brotmesser – alle Gegenstände und Oberflächen, die von mehreren Personen häufig angefasst werden, können mit Erregern belastet sein und sollten regelmäßig sorgfältig gereinigt werden.

Hygienisch putzen, waschen, kochen

Jeder Bereich, etwa Küche, Bad, Fußböden, sollte seine eigenen Putzlappen bekommen – zur besseren Unterscheidung am besten in verschiedenen Farben. Die Lappen gehören nach jedem Putzen in die 60 °C-Wäsche. Auch Kleidung, die direkt am Körper getragen wird, Bettwäsche, Handtücher und Waschlappen müssen bei 60 °C gewaschen werden. Zum Geschirrspülen sind Spüllappen, die täglich gewechselt werden, am hygienischsten.

Kochutensilien und Essgeschirr sollten nach dem Kochen und Essen nicht lange herumstehen, sondern direkt heiß abgewaschen oder in der Spülmaschine bei 60 °C gereinigt werden. Biomüllbehälter in der Küche sind Tummelplätze für Pilze und Bakterien. Wer auf sie nicht ganz verzichten kann, sollte den Müll so häufig wie möglich entsorgen und den Behälter jedes Mal mit heißen Wasser und Reinigungsmittel säubern.

Vorsicht vor Lebensmittelinfektionen

Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten keine tierischen Lebensmittel roh verzehren. Dazu gehören zum Beispiel rohes Hackfleisch, rohe Mettwurst, Rohmilchkäse, Räucherlachs und bestimmte Eierspeisen oder Desserts. Für ein paar Minuten bei 70 °C erhitzt, sind tierische Lebensmittel kein Problem. Das gilt auch für Reste, die aufgewärmt werden.

Gemüse und Obst sollten Sie am besten schälen – zumindest aber gründlich unter fließendem Wasser waschen. Um zu verhindern, dass der Kühlschrank zur Keimschleuder wird, sollte dieser regelmäßig überprüft und gereinigt sowie vergessene oder länger abgelaufene Lebensmittel entsorgt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.04.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Anja Dolski
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Seniorenliga e.V.: Infektionsquellen im Haus erkennen und beseitigen. Hygienetipps für pflegende Angehörige