Vitaminmangel im Alter

Die Hälfte aller Menschen ab 65 Jahren leidet an einem Vitamin-D-Mangel. Auch mit anderen Mikronährstoffen sind sie zum Teil unterversorgt.

Seniorin hält einen Apfel in der Hand © iStock
(München – 13.12.2017) Jeder Zweite über 65 Jahre hat zu wenig Vitamin D im Blut. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung im Rahmen der Augsburger Bevölkerungsstudie KORA-Age. Außerdem habe jeder Vierte eine Vitamin-B12-Unterversorgung, berichten die Autoren des Helmholtz Zentrums München im Fachmagazin ‚Nutrients‘.

Die Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) untersucht seit über 30 Jahren die Gesundheit tausender Bürger aus dem Raum Augsburg. Ziel ist es, die Auswirkungen von Umweltfaktoren, Verhalten und Genen auf die Gesundheit zu verstehen. „In diesem Zusammenhang interessierte uns auch die Versorgungslage von älteren Menschen mit Mikronährstoffen wie Vitaminen“, erklärt Studienleiterin PD Dr. Barbara Thorand vom Institut für Epidemiologie (EPI) am Helmholtz Zentrum München. „Dazu ist die Studienlage in Deutschland bisher relativ dünn.“

Analysiert wurden Vitamin D, Folsäure, Vitamin B12 und Eisen

Entsprechend untersuchten die Wissenschaftler Blutproben von knapp 1.100 KORA-Teilnehmern im Alter zwischen 65 und 93 Jahren. Bei Ihrer Analyse konzentrierten sie sich auf die Mengen von Vitamin D, Folsäure, Vitamin B12 sowie Eisen. „Die Ergebnisse sind durchaus klar“, erklärt Erstautorin Romy Conzade. „52 Prozent der Probanden lagen unterhalb des Grenzwertes für Vitamin D von 50 nmol/L und sind somit suboptimal versorgt.“ Und auch für die anderen untersuchten Mikronährstoffe stellten die Wissenschaftler zum Teil eine nennenswerte Unterversorgung fest: So lagen die Vitamin-B12-Werte von 27 Prozent der Probanden unter dem Soll, bei elf Prozent war der Eisenwert zu niedrig und knapp neun Prozent hatten zu wenig Folsäure im Blut.

„Die Einnahme von Vitaminpräparaten ist kein Allheilmittel“

Gemeinsamkeiten der meisten Menschen mit einer Unterversorgung waren ein sehr hohes Alter, wenig Bewegung und Gebrechlichkeit. In diesen Gruppen sollte daher gezielt auf eine mögliche Unterversorgung mit Mikronährstoffen geachtet werden, erklären die Forscher. „Zudem zeigt unsere Studie, dass die regelmäßige Einnahme von Vitaminpräparaten mit einer besseren Versorgung mit den entsprechenden Vitaminen einhergeht“, so Thorand. „Die Einnahme von Vitaminpräparaten ist jedoch kein Allheilmittel und gerade ältere Menschen sollten besonders auf eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung achten.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.12.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Helmholtz Zentrums München: Vitamin-Mangel im Alter
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