Technik für Senioren

Senioren trauen sich oft an Tablets oder Smartphones nicht heran – dabei sollten sie. Denn die Technik kann den Alltag erleichtern und die Gesundheit fördern.

Seniorenpaar schaut auf ein Tablet © iStock
(Nürnberg – 30.03.2017) „Dafür bin ich zu alt“: Viele Senioren lehnen es ab, sich mit neuer Technik zu beschäftigen und fühlen sich überfordert von Smartphones, Apps oder Webseiten. Dabei können sie gerade auch älteren Menschen den Alltag erleichtern. Welche nützlichen Angebote es gibt und wie Senioren die Technik für sich entdecken können.

Senioren beim Umgang mit der neuen Technik unterstützen

Vor Smartphones oder Tablets schrecken viele Senioren zurück: Sie wissen häufig nicht, welchen Nutzen das Gerät hat oder befürchten, etwas falsch zu machen und dadurch womöglich Kosten zu verursachen. Zudem haben viele Bedenken, dass ihre persönlichen Daten nicht ausreichend geschützt sind, wenn sie im Internet unterwegs sind. Dann ist es gut, wenn Enkel, Kinder oder technikbegeisterte Freunde den Senioren helfen, die Technik zu verstehen, richtig zu nutzen und auf ausreichenden Datenschutz zu achten. Hilfe und Unterstützung bieten auch Seniorenbüros, Volkshochschulkurse, Computerclubs oder Technik-Beratungsstellen.

Das richtige Gerät finden

Geräte, die speziell für Senioren entwickelt sind, gibt es zwar – etwa Smartphones mit größeren Tasten. Das ist aber in der Regel nicht nötig. Die meisten Smartphones, Tablets oder Laptops lassen sich ohnehin individuell einstellen und an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Manche Geräte sind auch hörgerätekompatibel. Da es Älteren manchmal schwerfällt, mit Tastatur und Maus umzugehen, sind Tablets ein guter Einstieg in die digitale Welt. Sie lassen sich intuitiv mit den Fingern bedienen. Wer viel unterwegs ist und gerne fotografiert, für den eignet sich ein Smartphone besonders gut. Am besten informieren sich Senioren bei einem qualifizierten Fachhändler oder bei Gesprächen im Bekannten- und Verwandtenkreis, um das richtige Gerät für sich zu finden. Fehlkäufe lassen sich vermeiden, indem man das jeweilige Gerät bereits im Laden oder ähnliche Modelle bei Freunden oder innerhalb der Familie ausprobiert.

Das Internet kann bei vielem helfen

Wer den Einstieg in die Onlinewelt geschafft hat, stellt meist schnell fest, wie sehr sie den Alltag vereinfacht – zum Beispiel kann man schnell Bücher und DVDs bestellen, eine Meldung an die Versicherung schicken, Behördenformulare ausfüllen oder Öffnungszeiten nachschauen. Mittlerweile lässt sich auch der Lebensmitteleinkauf bequem über das Internet erledigen. Bei immer mehr Supermarktketten können Waren über die Webseite bestellt werden. Dort können Kunden ihren virtuellen Einkaufswagen füllen – sogar mit frischen Produkten wie Obst und Gemüse. Der Lieferservice bringt dann alles bis zur Wohnungstür.

Das Internet kann auch die Verbindung zwischen den Großeltern und ihren weit entfernt lebenden Kindern und Enkeln lebendig halten. Über den Chat am Smartphone oder per Videotelefonie ist es ganz einfach, das selbstgebastelte Raumschiff der Enkel zu bewundern oder die dicke Schramme auf dem Knie zu bemitleiden, ohne selbst vor Ort zu sein.

Apps erleichtern den Alltag

Wer sich für ein Tablet oder Smartphone entschieden hat, kann auch von Apps profitieren: Diese Programme bieten Nutzern die Möglichkeit, das Gerät auf ihre individuellen Bedürfnisse abzustimmen und den Alltag leichter zu gestalten. Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit können sich beispielsweise über Apps Texte besonders groß darstellen oder sogar vorlesen lassen. Eine Apotheken-App wiederum zeigt die aktuellen Notdienste sowie Apotheken in der Nähe an und erklärt sogar Wechselwirkungen verschiedener Arzneimittel. Zudem können Apps Senioren beispielsweise an die nötige Tabletteneinnahme oder ans Trinken erinnern. Apps mit Gedächtnisspielen wie Sudoku, Kopfrechnen oder Quizfragen können die geistige Fitness fördern.

Digitale Helfer im Haus

Auch im Haushalt gibt es für ältere Menschen digitale Hilfestellungen: Läuft zum Beispiel das Radio oder der Fernseher, hören einige die Türklingel oder das Telefon nicht. Ein Klingelverstärker erzeugt dann zusätzliche akustische und optische Signale. Eine Herdüberwachung schaltet den Herd automatisch ab, wenn die vorab eingestellte Kochzeit abgelaufen ist oder sich zu starke Hitze entwickelt. Außerdem kündigt das Gerät eine bevorstehende Gefahr durch Licht- und Alarmsignale an.

Weitere Unterstützung bieten Fernbedienungen mit besonders großen Tasten, die dadurch einfacher zu bedienen sind. Aber auch spezielle Festnetztelefone für Senioren können den Alltag erleichtern. Auch sie sind mit einem größeren Bedienfeld ausgestattet – zudem gibt es Modelle mit Bildwahlfunktion. In Notfällen kann das sehr hilfreich sein – etwa bei einem Sturz. Denn gerade in solchen Momenten erinnert man sich oft nicht an wichtige Telefonnummern und ist erleichtert, wenn man nur das Bild eines Angehörigen oder die Notruftaste drücken muss.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.03.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der ERGO Direkt Versicherungen: „Smarte Technik für Senioren“ – Verbraucherinformation der ERGO Direkt Versicherungen
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