Patientenverfügung: Vorsorge für den Ernstfall

In einer Patientenverfügung können Sie für den Ernstfall Ihre Wünsche für medizinische Behandlungen festhalten. Wie Sie sie richtig verfassen.

Mann verfasst eine Patientenverfügung © iStock
(Düsseldorf – 22.03.2017) Unfall, Krankheit oder zunehmendes Alter – jeder Mensch kann plötzlich oder schleichend in eine Situation geraten, die ihm seine Eigenständigkeit nimmt. Wenn die körperlichen und geistigen Kräfte nachlassen, ist es Betroffenen nicht mehr möglich, Wünsche zu äußern oder Entscheidungen zu treffen. Dann müssen Angehörige, Ärzte oder Gerichte in dessen Namen die weitere medizinische Behandlung festlegen.  

„Wer sich aller­dings frühzeitig Gedanken macht, kann diese Entscheidungen vorsorglich mit einer Patientenverfügung beeinflussen“, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Eine Patientenverfügung ist jedoch nur dann bindend, wenn sie ausreichend konkret formuliert ist, um Interpretationsspielräume für Ärzte und Angehörige zu vermeiden.“ Mit einer zusätzlichen Vorsorgevollmacht kann für den Ernstfall festgelegt werden, wer als Bevollmächtigter auftreten soll.

Was beim Formulieren einer Patientenverfügung zu beachten ist:

Das muss drinstehen
Je konkreter die Wünsche für möglichst viele Behandlungssituationen formuliert werden, umso sicherer ist, dass der so geäußerte Wille auch befolgt wird. Das hat der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung im Juli letzten Jahres deutlich gemacht. Ein allgemein geäußerter Wunsch, im Ernstfall keine lebensverlängernden Maßnahmen vorzunehmen, reicht demnach nicht aus. Stattdessen sollte in einer Patientenverfügung eindeutig aufgelistet sein, welche medizinischen Handlungen etwa im Fall einer unheilbaren Erkrankung im Endstadium, Hirnschädigungen, Koma oder fortgeschrittener Demenz erfolgen beziehungsweise unterlassen werden sollen. Wichtig ist, dass sich Patienten hierbei gründlich über die medizinischen Begriffe und Behandlungsmethoden informieren.  

Medizinisch beraten lassen
In der Regel sind Laien damit überfordert, sich verschiedene lebensbedrohliche Behandlungssituationen und mögliche Folgen vorzustellen. Sinnvoll ist deshalb, beizeiten ein ausführliches Gespräch am besten mit dem eigenen Hausarzt zu führen. Dieser ist mit dem Gesundheitszustand seiner Patienten meist vertraut und kann individuell und kompetent beraten. Wer dieses Gespräch in seinen Krankenunterlagen vermerken lässt, kann damit zusätzlich seine Vorentscheidungen untermauern.  

Die richtige Form der Patientenverfügung
Jede Verfügung sollte eigenhändig aufgesetzt werden. Vorgedruckte Formulare lassen kaum Spielraum für die individuelle Situation und persönliche Wünsche. Eine unbeteiligte dritte Person – beispielsweise ein Arzt – kann mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass die Verfügung aus freiem Willen und in vollem Bewusstsein über die Tragweite verfasst wurde.
 
So wird die Verfügung bei Bedarf berücksichtigt
Idealerweise sollten Patientenverfügungen mit einer Vorsorgevollmacht und einer Betreuungsverfügung gekoppelt werden. So kann eine Person des Vertrauens bestimmt werden, die im Ernstfall im Sinne des betroffenen Patienten entscheiden kann.  

Was vorsorglich sinnvoll ist
Angehörige oder Ärzte sollten rechtzeitig darüber informiert werden, dass eine Patientenverfügung vorliegt. Um im Ernstfall Entscheidungen zu treffen, die den Vorstellungen des Betroffenen entsprechen, sollte das Originaldokument griffbereit sein. Es ist auch sinnvoll, die Verfügung in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und gegebenenfalls veränderten Einstellungen und Situationen anzupassen. Besonders vor riskanten Operationen ist es ratsam, eine Patientenverfügung zu verfassen oder erneut zu prüfen. Hierbei ist wichtig, dass der Verfasser die Erklärung mit aktuellem Datum erneut unterschreibt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.03.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Wirksame Vorsorge für den Ernstfall: Patientenverfügung eindeutig verfassen
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