Probleme beim Schlucken

Immer mehr Menschen leiden unter Schluckstörungen. Was dahinterstecken kann und was Betroffene beim Essen beachten sollten.

Älterer Mann hat Schluckprobleme beim Trinken © iStock
(Idstein – 06.03.2017) Die Zahl der Menschen mit Schluckstörungen nimmt zu: Aktuell leiden rund fünf Prozent der Weltbevölkerung unter einer mehr oder minder schweren Form dieser Erkrankung, in Deutschland sind es sieben Prozent. Grundsätzlich können alle Menschen Probleme mit Schluckstörungen bekommen – so auch Säuglinge und Kinder. Das Risiko einer Störung wächst allerdings mit dem Alter. Bundesweit sind etwa 16 bis 22 Prozent der über 55-Jährigen betroffen, wie die Hochschule Fresenius anlässlich des heutigen Tags der Logopädie mitteilt.

Schluckstörungen treten oft als Folge einer Erkrankung auf

„Schluckstörungen haben ihre Ursache meistens in neurologischen Krankheiten wie Demenz, Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose“, erklärt Fritzi Wieland, Dozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Gesundheit & Soziales an der Hochschule Fresenius. Sehr häufig treten sie in Folge eines Schlaganfalls auf. Aber auch Tumore in Kopf oder Hals können der Auslöser sein. Daneben ist es ganz natürlich, dass die am Schluckvorgang beteiligten Strukturen und Funktionen altersbedingt abbauen und nachlassen, sodass durch eine immer älter werdende Bevölkerung mit einer Zunahme der Problematik zu rechnen ist.

Schluckstörungen bringen viele Probleme mit sich

Die Dysphagie – wie die Schluckstörung in der Fachsprache heißt – hat Folgen in ganz unterschiedlichen Ausprägungen. Besonders schwere Fälle liegen vor, wenn die orale Nahrungsaufnahme gar nicht mehr möglich und die Ernährung mittels Sonde erforderlich ist. Bei der Dysphagie besteht immer auch die Gefahr der Austrocknung, weil Betroffene nicht ausreichend trinken, und der Schwächung des Immun- und Nervensystems, weil aufgrund der Mangelernährung wichtige Nährstoffe fehlen.  

Mit einer Schluckstörung erhöht sich außerdem das Risiko einer Lungenentzündung, da Nahrung und Speichel in Luftröhre und Lunge gelangen können. Neben den rein medizinischen Aspekten belastet Betroffene die Minderung der Lebensqualität, wenn sie etwa dauerhaft auf das Lieblingsgericht verzichten müssen oder Kaffee nur in angedicktem Zustand trinken können. Viele empfinden auch Scham beim Essen und Trinken, meiden Gesellschaft und vereinsamen.

Was Betroffene beachten sollten

Schluckstörungen lassen sich therapieren, können aber auch chronisch werden – in einigen Fällen sind sie nicht mehr behandelbar. Wer noch eigenständig Nahrung aufnehmen kann, sollte sich – um Risiken zu vermeiden und einer möglichen Lungenentzündung vorzubeugen – beim Essen ausreichend Zeit lassen, gut kauen und nur kleine Bissen und Schlucke zu sich nehmen. „Man sollte außerdem die Konsistenz der Nahrung an die individuellen Kau- und Schluckfähigkeiten anpassen und möglichst immer in aufrechter Position essen und trinken“, so Wieland. „Wer unsicher ist, kann einen Arzt oder Logopäden konsultieren.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.03.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Hochschule Fresenius: Am 6. März ist Tag der Logopädie: Hochschule Fresenius weist auf Zunahme bei Schluckstörungen hin
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