Pflegedienst finden

Viele pflegende Angehörige schaffen die Pflege nicht allein. Dann kann ein ambulanter Pflegedienst helfen. So finden Sie den richtigen.

Junge Frau pflegt Senior © iStock
(Köln – 10.01.2017) Wird ein älterer Mensch zum Pflegefall, steht die Familie vor der Herausforderung, die nötige Pflege in den oft ohnehin schon vollgepackten Alltag zu integrieren. Ganz ohne fremde Hilfe ist das meist nicht zu schaffen. Einen geeigneten ambulanten Pflegedienst zu finden, kann aber schwierig sein. Was Sie bei der Suche nach einem passenden Anbieter beachten sollten.

Ausführliches Vorgespräch mit dem Pflegedienst

In der gewohnten Umgebung alt werden – das ist nach wie vor der Wunsch vieler Menschen. Von 2,8 Millionen Pflegebedürftigen lassen sich mehr als 70 Prozent zu Hause versorgen. Ohne Unterstützung von außen können viele Angehörige diese Aufgabe allerdings nicht stemmen. Wie finden sie also den passenden ambulanten Pflegedienst? „Am Anfang sollte ein ausführliches Vorgespräch stehen. Bei den meisten Anbietern sind kostenlose Hausbesuche möglich, damit beide Seiten einander kennenlernen“, sagt Alexander Winkler, Pflegeexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung. Dabei sollten Betroffene durchaus auf ihren ersten Eindruck vertrauen: Sind die Mitarbeiter freundlich? Nehmen sie sich Zeit, alle Fragen zu beantworten? Geben sie konkrete Auskünfte? Gut beraten ist, wer sich zunächst auch bei Menschen im Bekanntenkreis umhört, die Erfahrung mit Pflegediensten haben.

Zuverlässig und pünktlich

Sowohl private als auch institutionelle Träger wie Kirchen und Wohlfahrtsverbände bieten ambulante Pflege an. Welche Variante die geeignete ist, hängt von den Vorlieben der Familie ab, so der Experte: „Bei institutionellen Anbietern geht es meist anonymer zu als bei einem kleinen Dienst mit zehn Mitarbeitern – dafür ist bei größeren Trägern mehr organisatorische Sicherheit zu erwarten.“

Fragen Sie nach, ob der Anbieter eine Zulassung und eine Vergütungsvereinbarung mit der Pflegekasse hat, damit die Leistungen mit dieser abgerechnet werden können. Ehe Sie sich festlegen, sollten sie ihren individuellen Pflegebedarf analysieren. „Die beste Entscheidung treffen kann nur, wer seinen Bedarf kennt. Die Angehörigen sollten sich fragen: Was können wir selbst leisten? Wobei und wie oft brauchen wir Hilfe?“, rät Winkler.

Ein guter Dienst ist unter anderem daran zu erkennen, dass sich überwiegend die gleichen Mitarbeiter um den Pflegebedürftigen kümmern. Auch Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind wichtige Kriterien. Zwar kann es immer mal zu Verspätungen kommen – entscheidend ist jedoch, ob der Dienst rechtzeitig darüber informiert.

Immer erreichbar

Vertrauenswürdig sind Pflegedienste, die auch bei den Kosten für Transparenz sorgen. Betroffene sollten darauf achten, dass der Anbieter sie über Leistungen und Preise aufklärt. Am besten bitten sie um einen schriftlichen Kostenvoranschlag, aus dem ihr Eigenanteil hervorgeht. „Darüber hinaus spielt die Qualifikation der Mitarbeiter eine große Rolle“, sagt Winkler. „Ein seriöser Pflegedienst zögert nicht, auf Wunsch Zertifikate und Nachweise vorzulegen.“  

Gute Anbieter sind rund um die Uhr mit einem Piepser erreichbar, der dem Bereitschaftsdienst nächtliche Anrufe meldet. Ein weiterer Pluspunkt ist, wenn der Pflegedienst die Familie auf dem Laufenden hält. Bei einigen Anbietern geht das sogar schon per App: Dann können die Angehörigen auf dem Handy sehen, ob der Pflegedienst schon da war und ob alles in Ordnung war. „Häusliche Pflege ist Vertrauenssache“, so der Experte. „Deswegen sollten sich Betroffene nicht zum Abschluss drängen lassen, sondern den Vertrag in aller Ruhe prüfen. Vielleicht sind auch mehrere Vorgespräche nötig, ehe der richtige Anbieter gefunden ist.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.01.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der DKV Deutsche Krankenversicherung: Was ist ein guter Pflegedienst?
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