Sicher Radfahren im Alter

Ältere Menschen sind beim Radfahren besonders unfall- und verletzungsgefährdet. Tipps, wie Senioren die Fahrradsaison sicher genießen.

Senioren beim Radfahren © Thinkstock
(Berlin – 12.05.2016) Mit Beginn der Fahrradsaison rechnet die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) damit, dass es wieder mehr Fahrradunfälle gibt – vor allem bei Senioren. Aufgrund ihres Alters sind sie besonders unfall- und verletzungsgefährdet. „Viele Unfallursachen lassen sich jedoch vermeiden“, sagt Prof. Reinhard Hoffmann von der DGOU.

Im Alter kommt es schneller zu schweren Verletzungen

Radfahren erfordert Balance, Koordination und schnelle Reaktionsfähigkeit. Senioren sind in ihrer Wahrnehmung jedoch oftmals eingeschränkt: Sie hören und sehen nicht mehr so gut und ihr Gleichgewichtssinn ist gestört. Hinzu kommt, dass gerade bei der Generation 65 plus die Nachfrage nach Fahrrädern mit hybridem Antrieb – den sogenannten Pedelecs – steigt. Die höheren Geschwindigkeiten der Elektroräder erhöhen das Unfallrisiko und führen zusammen mit altersbedingten Einschränkungen zu schweren Verletzungen.  

Fahrradunfallforscher und DGOU-Präventionsexperte Dr. Christian Juhra warnt: „Mit dem Alter brechen die Knochen schneller, generell steigt die Schwere der Verletzungen. Möglicherweise erleidet ein junger Radfahrer nach einem Unfall eine leichte Gehirnerschütterung. Bei einem älteren Radfahrer, der blutverdünnende Medikamente einnimmt, kann der gleiche Unfall zu einer schweren Hirnblutung oder sogar zum Tod führen.“

Häufige Unfallursachen

Zu den Unfallursachen – nicht nur bei Senioren – zählen: eine Einkaufstasche am Fahrradlenker, ein nicht eingeschaltetes Hörgerät, das Fahren unter Alkoholeinfluss, unsachgemäße Kleidung oder locker sitzendes Schuhwerk, mangelnde Fitness, unangepasste Geschwindigkeit mit Elektrofahrrädern sowie ein nachlassendes Reaktionsvermögen.  

„Bewegung ist die beste Medizin. Fahrradfahren ist ein sehr schonender Sport und tut Knochen und Gelenken gut. Deswegen begrüßen wir den Trend, dass immer mehr ältere Menschen Fahrrad fahren“, sagt Juhra. Insbesondere Pedelecs bieten Menschen mit Handicaps oder Fitnessdefiziten eine mögliche Alternative zum herkömmlichen Fahrrad. Sie erhöhen die Mobilität von älteren Menschen, fordern jedoch trotz Elektroantrieb körperlichen Einsatz ab. Daher hat die Pedelec-Nutzung in jedem Fall einen positiven Effekt für Senioren.

Tipps für fahrradfahrende Senioren

Damit Senioren unfallfrei und sicher durch die Fahrradsaison kommen, sollten sie einige Tipps beachten: 
  • Das Gepäck nicht am Lenker, sondern hinten im Fahrradkorb oder in eine Fahrradtasche am Gepäckträger verstauen.
  • Einen Fahrradhelm tragen: Er senkt das Risiko für Kopfverletzungen.
  • Ein vorhandenes Hörgerät im Straßenverkehr immer einschalten und eine Hörminderung in regelmäßigen Abständen vom Arzt kontrollieren lassen.
  • Festes Schuhwerk tragen.
  • Mit dem Elektrofahrrad auf eine angepasste Geschwindigkeit achten.
  • Regelmäßig Gymnastik machen: Mangelnde Beweglichkeit kann beim Aufsteigen und Absteigen zur Gefahr werden.
  • Eine Warnweste oder helle Kleidung und Reflektoren tragen.
  • Das Fahrrad regelmäßig auf Verkehrssicherheit prüfen oder prüfen lassen.
  • Ein Fahrsicherheitstraining absolvieren.
  • Auf Alkohol vor oder beim Fahrradfahren verzichten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.05.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie: Tipps für sicheres Radfahren: Die Tasche gehört nicht an den Lenker
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