Wichtige Erfahrungswerte

Eine Studie zeigt: Wer auf der Suche nach einem passenden Pflegeangebot ist, verlässt sich am liebsten auf Erfahrungen aus erster Hand.

Seniorinnen unterhalten sich © Thinkstock
(Berlin – 19.04.2016) Viele Bürger sind verunsichert, ob wirklich alle Menschen in deutschen Pflegeeinrichtungen qualitativ gut versorgt werden. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) hervor. Demnach glauben über zwei Drittel der Befragten (70 Prozent), dass die Pflegequalität von Einrichtung zu Einrichtung stark variiert. Von denjenigen, die vermuten, dass es häufig erhebliche Mängel in der Qualität professioneller Pflegeangebote gibt, macht die große Mehrheit fehlendes Personal und daraus resultierende Arbeitsüberlastung als Hauptursache für Missstände verantwortlich.  

Den mit Abstand größten Verbesserungsbedarf schätzen die Befragten im Bereich der persönlichen Zuwendung und Kommunikation, für die aus ihrer Sicht mehr Zeit zur Verfügung stehen sollte. 85 Prozent von ihnen halten dies für wichtig. Wenn es um den Patientenschutz von Pflegebedürftigen geht, geben die meisten Befragten Medikamentensicherheit (74 Prozent), Hygiene (63 Prozent) und Schmerzmanagement (53 Prozent) als die wichtigsten Aspekte an.

Die meisten halten Pflegenoten für ungeeignet

Für fast alle Deutschen (96 Prozent) ist es sehr wichtig, im Bedarfsfall verlässliche Informationen über die Qualität von professionellen Pflegeangeboten zu bekommen. Trotzdem würden sich derzeit offenbar nur sehr wenige Befragte bei der Auswahl einer ambulanten oder stationären Einrichtung gerne auf offizielle Bewertungen verlassen wollen – also auch nicht auf die sogenannten Pflegenoten, die eingeführt wurden, um Verbrauchern bei der Beurteilung der Pflegequalität verlässlich zu helfen. Doch von denjenigen, die Pflegenoten kennen, meint weniger als ein Viertel, dass Noten verlässliche Informationen über die Pflegequalität bieten. Jeder Zweite aus dieser Gruppe hält notenbasierte Bewertungen im Bereich Pflege generell für ungeeignet.

Erfahrungen aus erster Hand

Die Studie zeigt zudem, wem die Bürger am meisten bei der Wahl eines Pflegeanbieters vertrauen: Erfahrungen von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen aus erster Hand mit einem für sie in Frage kommenden Angebot werden überwiegend als nützliche Informationsquelle eingestuft. Auch wäre es vielen Befragten wichtig, sich im Auswahlprozess selbst einen Eindruck verschaffen zu können. Personen mit Pflegeerfahrung bewerten den eigenen Eindruck sogar als noch wichtiger. Die Hälfte von ihnen würde sich vorrangig auf diesen verlassen.  

Chancen zur Qualitätseinschätzung kann auch das Internet bieten, zum Beispiel durch Bewertungsportale – ähnlich wie sie bereits für Hotels oder Restaurants existieren. Die Befragten bewerten solche Angebote unterschiedlich: Über ein Drittel hält dort geäußerte Einschätzungen für zu individuell. Ebenso viele sehen die Angebote als Chance, wenn eine größere Anzahl von Bewertungen abgegeben wurde.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.04.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP): Pflegequalität – Deutsche sind verunsichert
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