Appetitlosigkeit im Alter

Im Alter lassen die Sinne und damit auch der Appetit nach. Wie Sie Betroffenen helfen können, wieder mehr Lust auf das Essen zu bekommen.

Seniorin isst Salat © Thinkstock
(Bonn – 22.02.2016) Sinnesleistungen nehmen mit zunehmendem Alter ab. Was früher Geschmacksexplosionen im Mund verursachte, schmeckt jetzt ziemlich fad und der Duft von Frischgebackenem wird nur noch wahrgenommen, wenn man gerade am Ofen steht und den Kuchen herausnimmt. Kein Wunder also, dass auch der Appetit abnimmt, weil die Freude auf Essen eben geringer ist. Ein Problem, das viele Pflegeeinrichtungen haben. Aber auch private Betreuer können ein Lied davon singen: Es wird nur noch lustlos im Essen gestochert. Wenn Nase, Zunge und Auge nicht mehr so mitessen wie gewohnt, wird weniger Nahrung aufgenommen. Allerdings bedingt dies auch Folgekrankheiten – sowohl körperlich als auch seelisch.

Essen optisch ansprechend gestalten

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Die Situation lässt sich verbessern. Das zeigen zahlreiche Studien zum Thema „Sensorik im Alter“. Eine holländische Untersuchung befasste sich zum Beispiel mit Optik und Akzeptanz. Ein Kartoffelpüree, das optisch mit Sellerieblättchen verschönert wurde, kommt bei Senioren besser an. Auch salzreduzierte Fleischbällchen – ein „Zuviel“ an Salz ist ein Problem, wenn der Geschmackssinn nachlässt – werden gern gegessen, wenn man den Senioren mitteilt, dass sie weniger Salz enthalten.

Abwechslung fördert den Appetit

Auch die Struktur des Essens ist gut untersucht: „In einer Befragung stellte man klar fest, dass Personen mit Appetitlosigkeit feste Textur und Abwechslung bevorzugen“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Eva Derndörfer. „Für Senioren ist die Abwechslung beim Essen bei Appetitmangel viel wesentlicher als bei gutem Appetit."

Auf Kontraste achten

Und auch das Auge isst noch mit – auch wenn es vielleicht nicht mehr so gut funktioniert. Umso wichtiger sind Kontraste. So hat eine britische Studie in einem Krankenhaus ergeben, dass die Verzehrmenge von Speisen auf blauen Tellern von 110 Gramm auf 150 Gramm stieg. Das entspricht 36 Prozent mehr pro Patient.

Schöne Gestaltung des Essplatzes

Eine enorme Bedeutung kommt der Essplatzgestaltung zu. Wer selbst einmal weißen Fisch mit Kartoffelbrei auf einem weißen Teller auf einer weißen Tischdecke gegessen hat, ist in der Lage sich vorzustellen, wie öde das aussieht. Dr. Inge Maier-Ruppert hat konkrete Tipps für diskrete Hilfestellungen: „Gut handhabbares Geschirr und Besteck und Farbkontraste auf Tisch und Teller sind enorm wichtig“, so die Expertin.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.02.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. (Harald Seitz): Ich schmecke, also bin ich: Essen im Alter
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