Schwerhörige leben kürzer

Schwerhörigkeit verkürzt laut einer aktuellen Studie das Leben. Welche Folgen Hörprobleme haben können und wann Sie zum Arzt gehen sollten.

Seniorin beim Ohrenarzt © Thinkstock
(Neumünster – 11.01.2016) Eine Studie aus den USA zeigt: Schwerhörigkeit führt zu einer früheren Sterblichkeit. Die Forschergruppe von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore beobachtete 1.666 Senioren im Alter von 70 Jahren und älter, um eine mögliche Auswirkung von Höreinschränkungen auf die Lebenserwartung zu überprüfen. Zu Beginn der Untersuchungen wurde bei 1.139 Teilnehmern eine Schwerhörigkeit diagnostiziert.

Schwerhörigkeit ist ein komplexes Gesundheitsproblem

Nach sechs Jahren starben 20,4 Prozent der Studienteilnehmer mit mäßig oder schwer beeinträchtigtem Gehör, von den Probanden mit leicht eingeschränkter Hörleistung 14,4 Prozent und von der Gruppe mit normalem Gehör 10,4 Prozent. Das bedeutet, dass schwere Hörprobleme die Sterblichkeit um 54 Prozent steigern.

„Auch wenn weitere Studien nötig sind, um diesen Zusammenhang zu untermauern und zu klären, ob zum Beispiel das Tragen eines Hörgeräts die Lebenserwartung erhöhen kann, zeigen die Ergebnisse, dass Schwerhörigkeit ein komplexes Gesundheitsproblem ist. Unbestritten ist, dass Schwerhörigkeit zu Kommunikationsstörungen führt. Letztendlich ziehen sich die Betroffenen zurück und erhalten immer weniger geistige Anreize von außen. Gleichzeitig geht der soziale Rückzug häufig mit Bewegungsmangel einher, was sich wiederum auf die körperliche Fitness auswirkt“, sagt Prof. Leif Erik Walther vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Wann zum Arzt gehen?

„Wenn Sie einem Gespräch in der Gruppe oder in Räumlichkeiten mit Hintergrundgeräuschen schlecht folgen können und danach erschöpft sind, weil die Kommunikation sie sehr angestrengt hat, sollten Sie Ihr Gehör beim HNO-Arzt testen lassen. Bei Bedarf wird Ihr Arzt Sie zu einer Hörgeräte-Versorgung beraten, die an Ihre individuellen Bedürfnisse angepasst ist“, erklärt der Experte. Aufgrund der drohenden sozialen und mentalen Auswirkungen von Schwerhörigkeit sollten auch Angehörige den Betroffenen bestärken, zum Arzt zu gehen, und ihm Ängste vor einer möglichen Hörgeräte-Versorgung nehmen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.01.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte (www.hno-aerzte-im-netz.de): Aktuelle Studie: Schwerhörigkeit verkürzt das Leben
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