Unterstützung für Pflegende

Eine aktuelle Befragung zeigt, wie die Deutschen über das Thema Pflege von Demenzkranken denken. Viele befürworten mehr Geld für pflegende Angehörige.

zwei Senioren © Thinkstock
(Berlin – 12.5.2014) Die pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz führt einen Großteil der Pflegenden immer wieder an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Besonders für viele pflegende Angehörige gehören Phasen der Überlastung zum Alltag. 70 Prozent der Deutschen sind daher der Meinung, dass mehr Geld zur Entlastung pflegender Angehöriger von demenziell Erkrankten bereitgestellt werden sollte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Befragung im Auftrag der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). „Dies zeigt, dass klar erkannt wird, welche enormen Belastungen die Pflege von Demenzkranken mit sich bringt. Sie sind ein klares Votum dafür, dass uns die Leistung pflegender Angehöriger mehr wert sein muss als dies bisher der Fall ist“, sagt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP.

Bei jedem Zweiten löst das Thema Demenz große Ängste aus

In der Studie wird zudem deutlich, dass Demenz als eine schwerwiegende Krankheit wahrgenommen wird. So zeigen knapp 90 Prozent der Befragten Verständnis dafür, dass Menschen mit der Diagnose Demenz völlig verzweifelt sind. Zudem löst das Thema Demenz bei fast jedem zweiten Bundesbürger große Ängste aus. Von den Befragten, die bereits einen Demenzkranken gepflegt haben oder dies aktuell tun, gibt die überwiegende Mehrheit an, die Pflege als belastend zu empfinden (83 Prozent). Hierbei zeigt sich, dass im Fall demenzieller Erkrankungen emotionale Aspekte eine zentrale Rolle spielen. So empfindet die Mehrheit (61 Prozent) den Verlust der Persönlichkeit des vertrauten und geliebten Menschen als größte Belastung. Auch aggressives oder starrsinniges Verhalten wird von knapp der Hälfte der Befragten als sehr belastend wahrgenommen.

Zeitweise Übernahme der Pflege entlastet Angehörige

Danach gefragt, welche Maßnahmen pflegende Angehörige am meisten entlasten, nennt die Mehrheit der Personen mit Pflegeerfahrung konkrete Angebote der medizinisch-pflegerischen Unterstützung (65 Prozent) oder auch die zeitweise Übernahme der Pflege – zum Beispiel durch eine Verhinderungspflege (65 Prozent). Neben den direkt die Pflegesituation betreffenden Entlastungsangeboten werden auch die Schulung und Beratung für pflegende Angehörige, mehr Entlastung am Arbeitsplatz durch den Arbeitgeber sowie Informationen der Pflegeberatung als wichtig und hilfreich erachtet.

Jeder Zweite möchte in spezialisiertem Umfeld versorgt werden

Im Fall einer fortgeschrittenen Demenzerkrankung wünscht sich knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) in einem speziell auf die Erfordernisse demenzkranker Menschen eingerichteten Umfeld – dorfähnliche Wohnanlage, Wohngemeinschaft oder geschützter Wohnbereich – versorgt zu werden. Nur insgesamt 40 Prozent der Befragten äußern den Wunsch, im eigenen Zuhause gepflegt zu werden. Gerade einmal 1 Prozent nannte eine stationäre Pflegeeinrichtung als bevorzugten Ort.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.05.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP)
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